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Bulls für Final Four qualifiziert

Siegen oder Fliegen

Madrid, Mailand, Wetzlar und: Elxleben. Diese vier Städte werden bei den Final Four der besten europäischen Rollstuhlbasketball-Teams vertreten sein.

Die Thuringia Bulls haben sich für die Final Four qualifiziert, trotz des verschlafenen Starts gegen den Liga-Primus RSV Lahn-Dill. Foto: Jennifer Foto

Coach Micha Engel von den Thuringia Bulls aus Elxleben bringt auf den Punkt, wie seine Mannschaft über die Qualifikation denkt: „Das ist nicht selbstverständlich und verdient große Anerkennung für meine Mannschaft. Mit dem völlig verschlafenen Start und der damit verbundenen Niederlage gegen den deutschen Liga-Primus RSV Lahn Dill war das Abenteuer Champions-Cup schon zu Ende, bevor es überhaupt angefangen hat. Wie mein Team dann zurück gekommen ist, macht mich sehr stolz“.

Es war ein anstrengendes Wochenende mit drei schweren Spielen. Nach dem zweiten Tag hatte alle vier Teams ein Spiel gewonnen und ein Spiel verloren. Der Sonntag stand unter dem Motto „Siegen oder Fliegen“. Die Bulls siegten gegen bärenstarke Italiener von Porto Torres mit 71:65 und qualifizierten sich damit für das Final Four am 5 und 6. Mai auf Teneriffa. In einem spannenden Spiel ging es hin und her, keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Auf Seiten von Porto Torres musste vor allem Paralympic Sieger Matt Scott kontrolliert werden, der hatte am Vortag ganz allein mit 34 Punkten Lahn Dill erschossen. Auf Thüringer Seite erledigte diese Aufgabe Joke Linden, er ließ den US-Wirbelwind nicht aus den Augen. Am Ende hielt der Schwede Joke Linden Matt Scott bei 10 Punkten und krönte seine Leistung mit starken 26 Punkten. Weiterlesen

Nordische Ski-WM:

Eine herzliche Geste zum Abschluss

Die Flower Ceremony war gerade vorüber, da trafen sich im Skistadion Finsterau die Wege der Weißrussin Liudmila Vauchok und der Deutschen Andrea Eskau. Vauchok war kurz zuvor im Langlauf-Rennen über die mittlere Distanz von fünf Kilometern bei den Frauen sitzend in 14:52.2 Minuten auf dem vierten Platz gelandet, Eskau in 14:30.5 Minuten auf dem zweiten. Es war bereits das zweite Mal innerhalb weniger Tage, dass Vauchok das Podest und damit das Geschenk für Medaillengewinner, WM-Maskottchen Filu als Stofftier, hauchdünn verpasste. Also drückte die 45-jährige Elsdorferin vom USC Magdeburg der Konkurrentin ihren Filu in die Hand.

Andrea Eskau. Foto: DBS

Es war eine herzliche Geste von Eskau, die in den vergangenen Tagen häufig Grund zum Hadern gehabt hatte, sich am letzten Tag der WM aber noch mal für ihre harte Arbeit im Training belohnte. „Das war ein versöhnlicher Abschluss“, sagte die erfolgsverwöhnte mehrfache Weltmeisterin und Paralympicssiegerin. Zwar blieb sie 2017 ohne Titel, hielt im abschließenden Rennen den Abstand zur US-amerikanischen Siegerin Oksana Masters (14:15.5 Minuten) aber in Grenzen.

„Natürlich wäre ich gerne ganz oben gestanden, aber so ist der Sport“, sagte Eskau und nahm das finale Duell als Motivationsspritze für die Paralympischen Spiele 2018 in Pyeongchang (Südkorea). „Ich weiß, dass ich mich gegenüber Oksana vor allem in den technischen Passagen verbessern muss.“ Für Masters war es die vierte Goldmedaille im sechsten Einzelrennen. Bronze ging an die Norwegerin Birgit Skarstein (14:42.4 Minuten). Weiterlesen

Wieder WM-Medaillen

„Quäl dich, du Sau“

Schon einen Tag vor dem Ende der nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Finsterau steht fest: Das deutsche Team hat die Erwartungen weit übertroffen und zum Abschluss der Biathlon-Wettkämpfe bereits die Medaillen 11 bis 13 bei dieser WM gefeiert. Im Sprint jubelten Anja Wicker sowie Clara Klug mit Guide Martin Härtl über Silber und Martin Fleig holte mit Bronze bereits seine vierte WM-Medaille. Ohne Edelmetall blieb Andrea Eskau – die sich allerdings mit toller Geste als große Teamplayerin zeigte.

Anja Wicker (Bild) wurde auf den letzten Metern noch von ihrer Teamkollegin und Konkurrentin Andrea Eskau angefeuert. Foto: Ralf Kuckuck

„Quäl dich, du Sau“, zischte Radprofi Udo Bölts vor 20 Jahren bei der Tour de France Jan Ullrich zu und peitschte seinen Teamkapitän damit gehörig an. Eine ähnliche Erfahrung hat bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Finsterau (Bayerischer Wald) nun auch Anja Wicker vom MTV Stuttgart im Biathlon-Sprint (6 km) gemacht. Denn auf der finalen Runde hatte die 25-jährige Sitzskiathletin ihre Mannschaftskameradin Andrea Eskau (USC Magdeburg) im Nacken, die ihr bis zur Ziellinie nicht mehr von der Seite wich. Eskau lag abgeschlagen auf dem vierten Platz und unterstützte folglich ihre Teamkollegin – großer Sport.

„Andrea war am Anstieg plötzlich hinter mir und hat mir Feuer gemacht“, berichtete Wicker, für die es zu dem Zeitpunkt um Silber oder Bronze ging. Das Antreiben zeigte Wirkung. Trotz ungünstiger Schneeverhältnisse lief die Stuttgarterin in 21:21,0 Minuten auf Platz zwei, sehr zur Freude ihres aus der Heimat angereisten Fanclubs. Gold ging an die erneut starke Oksana Masters (USA / 20:56,2 Minuten / zwei Fehler), Bronze schnappte sich die Weißrussin Lidziya Hrafeyeva (21:48,0 Minuten / drei Fehler). Edelhelferin Andrea Eskau musste sich dagegen in 23:15,0 Minuten mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Drei Fehler beim ersten Schießen und zwei beim zweiten nahmen ihr jede Medaillenchance. „Ich weiß nicht, was da los war“, sagte die 45-jährige Elsdorferin, die am Sonntag im Langlauf über die mittlere Distanz aber noch eine letzte Gelegenheit für weiteres Edelmetall hat. Weiterlesen

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