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Rollstuhl-Rugby einmal rund um die Uhr

24 Stunden Greifswald

Nach dem Wochenende kann man nun sagen, dass das 24-Stunden-Rollstuhl-Rugby-Turnier in Greifswald, das zum 3. Mal ausgetragen wurde, wohl das härteste der Welt ist.

Der Rugby-Marathon in Greifswald verlangte den Spielern alles ab. Foto: Daniel Lemke

Der Rugby-Marathon in Greifswald verlangte den Spielern alles ab. Foto: Daniel Lemke

Bei 35 Grad Celsius kamen rund 40 Spieler, Betreuer und Schiedsrichter aus ganz Deutschland nach Greifswald, um an diesem außergewöhnlichen Spektakel teilzunehmen. Viele neue Spieler fanden den Weg in die Sporthalle des Berufsbildungswerkes (BBW) und Landesleistungszentrums (LLZ): Aus Dresden, aber auch die „Russian Mafia“ – ein Team mit russischen und armenischen Spielern, die in Deutschland wohnen und in verschiedenen Vereinen spielen, und auch viele einzelne Spieler (Koblenz, Köln, Bad Wildungen), die in anderen Mannschaften starteten.

Nachdem alle am Freitag angereist waren, konnte das Turnier Samstag um 0:00 Uhr beginnen. Mit fünf Mannschaften (im letzten Jahr waren es vier) hatte jeder die Chance zu gewinnen, denn es hieß: Jeder gegen Jeden.

Angriff und Abwehr bei brüllender Hitze. Foto: Daniel Lemke

Angriff und Abwehr bei brüllender Hitze. Foto: Daniel Lemke

Gestartet wurde das Turnier durch den Gastgeber, die Greifswalder Rollmöpse gegen die Berlin Raptors. Schon nach einigen Stunden konnte man erkennen, welche Mannschaften um den Titel beziehungsweise den erstmals zu gewinnenden Wanderpokal kämpfen würden: Die Russian Mafia gegen die Rug`n Rolls aus Dresden. Beide Mannschaften waren bestückt mit erfahrenen Spielern aus der Nationalmannschaft. Im Vorrundenspiel setzten sich die Tawarisch´s durch und so hieß es gegen 15:00 Uhr: Russian Mafia vor Dresden, Berlin, Greifswald und Hamburg.

Trotz der hohen Temperaturen in- und außerhalb der Sporthalle und schon jeweils vier Spielen in den Knochen, wollten die Spieler es wissen und gingen in die Halbfinals. Greifswald und Hamburg bildeten ein Team und so ging es dann in die fünften Spiele. Auch hier hatten die Mannschaften dem russischen Team nichts entgegenzusetzen.

Auf Grund des Deutschlandspiels bei der Fußball-WM wurde das Grillen etwas vorgezogen und beim Feiern das Finale ausgewürfelt. Aber auch hier hieß der Sieger: Russian Mafia. Somit konnten diese den Wanderpokal in Empfang nehmen.

Ich persönlich ziehe vor jedem Spieler den Hut und zolle allen höchsten Respekt für das, was er hier gezeigt hat, denn eines hat es doch wieder bewiesen: Menschen mit Handicap können sehr, sehr Großes leisten, was aber immer noch zu wenig erkannt und anerkannt wird. Eins wurde noch vor 24 Uhr festgelegt: nächstes Jahr wieder und dann mit sechs Mannschaften. Daniel Lemke

 

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