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Triathlon-DM in Willich

Auf ganzer Breite

Die 11. Auflage des Willicher Handicap-Triathlons erlebte ihr Debüt im Rahmen der Deutschen Sprint-Meisterschaften und bot zugleich Breitensportlern und Nachwuchsathleten die Möglichkeit, sich sportlich weiterzuentwickeln.

Schwimmen,...

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Als sich Hans-Peter Durst (RGB Dortmund) das schwarz-rot-goldene Trikot des Deutschen Meisters überstreifte, spendete auch die achtjährige Rollstuhlstarterin Lea Kamphausen (Basket Bears Krefeld) begeisterten Applaus. In diesem Moment schloss sich im Rahmen der Siegerehrung ein Kreis, der 1999 mit dem ersten Wettkampf der behinderten Athleten seinen Anfang genommen hatte.

Dem veranstaltenden Schwimmverein Willich und dem Orga-Team vom reha team West kamen die diesjährigen Vorbereitungen einer Wundertüte gleich. Erforderte schon die Halbierung des Schwimmbeckens auf 25 Meter ein Umdenken in den angestammten Abläufen, so hatte die „Bütt“ auch im weiteren Außengelände nach einem Umbau einen gänzlich neuen Charakter erhalten.

... Biken,...

… Biken,…

Die obligatorische Wettkampfbesprechung vor dem Startschuss geriet somit zu einem echten Sightseeing, das die Athleten und Betreuer weidlich nutzten, um sich mit dem neuen Gegebenheiten vertraut zu machen. Es sei aber vorweggenommen: Der Tenor der insgesamt 830 teilnehmenden Vielseitigkeitssportler fiel überaus positiv aus und das neue Spaßbad erlebte bei guten äußeren Bedingungen eine gelungene Feuertaufe als zuschauerfreundliches Triathlon-Arial.

Der spätere Sieger Hans-Peter Durst kam langsam, aber gewaltig. Im Klassement der spastisch gelähmten Athleten (TRI 3) machte zunächst der Hamburger Oliver Seemann (Tri Michels) seinem Namen alle Ehre und drückte aufs Tempo. Nach 500 Metern im nassen Element deutlich vorne liegend, war der Vorsprung für den 37-jährigen Hanseaten nach 20 Kilometern auf dem Rad zwar geschmolzen, hatte aber eingangs der Laufstrecke immer noch Bestand. Erst auf diesen abschließenden fünf Kilometern konnte sich Durst (51) dann entscheidend durchsetzen. Beobachtet aus nächster Nähe vom DTU-Behindertenbeauftragten Alfred Lipp, der, angesteckt von der tollen Atmosphäre, kurzer Hand in der TRI 4 nachmeldete und die Strecke unter die Füße nahm.

Der Wettbewerb bei den Rollstuhlathleten erlebte das Vorjahresduell zweier Niederrheiner. Sich aus der Szene der Handbiker kennend, galt es für Stefan Voormans (Nettebiker), nach dem Schwimmen (200 m) und dem Handbiken (10 km) möglichst große Distanz zu Daniel Petersen (VfR Büttgen) herzustellen, dessen Stärken als Titelverteidiger insbesondere auf der abschließenden Rollstuhlstrecke (3,4 km) zur Geltung kamen. Voormans kam mit diesem Druck von hinten aber bestens zurecht und so wanderte die erste Deutsche Meisterschaft durch den 39-Jährigen in neuer Streckenrekordzeit von 48:34 Minuten ins benachbarte Nettetal.

...Grinsen. Die Sieger beim Willicher Handicap-Triathlon. Alle Fotos: reha team West

…Grinsen. Die Sieger beim Willicher Handicap-Triathlon. Alle Fotos: reha team West

Hervorzuheben ist auch die Leistung von Björn Behnke (Blau-Weiss Buchholz). Mit seinen elf Jahren entfachte der mit seinen Eltern aus der Lüneburger Heide angereiste Schüler gehöriges Staunen bei den Beobachtern. Mit 1:04:50 Stunde lag er nur knappe drei Minuten vom Drittplatzierten Benedikt Müller (BSG Duisburg-Buchholz) entfernt – das wurde von einem Starter des Jahrgangs 1998 in diesem Klassement bis dato noch nicht erreicht.

Auch Martina Willing (49) war nach vierjähriger Abstinenz wieder zu Gast. Internationale Aufgaben hatten ihr den Start in den vergangenen Jahren verwehrt, zuletzt in Form zweier Medaillen bei den Paraympics in Peking. Mit einer einmal mehr beeindruckenden Schwimmleistung (4:45 Minuten) legte die Brandenburgerin den Grundstein für ihre erste Deutsche Triathlonmeisterschaft und verwies die Düsseldorferin Karin Maria Wolters auf Rang zwei.

Was aber wäre der Willicher Handicap-Triathlon ohne seine Breitensportler? Ob als Körperbehinderte ohne oder mit Rollstuhl: Auch diesmal bewies das über dreißigköpfige Teilnehmerfeld, dass Triathlon für Sportler mit Behinderung in Willich keinen Extremsport, sondern, die Grundlage an sportlicher Fitness vorausgesetzt, ein erreichbares wie lohnendes Ziel darstellt. Die eingangs erwähnte achtjährige Lea mag hier ebenso als Beispiel dienen, wie die aus der Veranstaltung schon nicht mehr wegzudenkenden „Oranjes“ der BSG Volmarstein, deren Starter sowohl bei den Rollis im Level I (Sieger Rene Stade in guten 55:02 Minuten), als auch in den Staffeln vertreten waren.

Hier siegte wiederum mit Andreas Abts und Johannes Huth (BSG Mönchengladbach) ein Duo des Jahrgangs 1998, das bei der Siegerehrung stolz seine Pokale in die Höhe streckte. Direkt neben der Paralympicsiegerin Martina Willing. Bandbreite eben. Fortsetzung folgt am 5. September 2010. reha team West

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