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3. Medaille bei vier Starts

David Behre gewinnt über 400 m

David Behre hat bei den Paralympics im brasilianischen Rio de Janeiro Silber über die 400 Meter der Klasse T44 gewonnen und damit seine dritte Medaille beim vierten Start geholt.

Nach Gold mit der 4×100-Meter-Staffel und Bronze über 200 Meter sprintete Weltmeister Behre in Europarekordzeit von 46,23 Sekunden ins Ziel.

Behre, der am Dienstag 30 wurde und unter Karl-Heinz Düe beim TSV Bayer 04 Leverkusen trainiert, kam nicht so schnell aus dem Startblock wie seine beiden Konkurrenten. „Für den Start wird mich Kalle auseinandernehmen. Aber ich will jetzt auch nicht etwas suchen, woran es lag, ich denke ich sollte mich über den Moment freuen, ich bin hinten raus richtig stark gelaufen. Bei der Zeit kann Kalle mir auch nix vorwerfen.“

Wie schon am Vortag, als er sich mit der schnellsten Zeit für das Finale qualifiziert hatte, sah sein Laufstil zu Beginn sauber aus, doch der Neuseeländer Liam Malone und der US-Amerikaner Hunter Woodhall gingen schneller an. Auf der Zielgeraden holte Behre Woodhall ein, nur Malone war am Ende mit paralympischem Rekord und 46,20 Sekunden drei Hundertstel schneller und schnappte sich Gold. „Im ersten Moment war ich enttäuscht, weil es so super super knapp war, aber die Zeit ist supergeil. So schnell laufen nicht viele Deutsche. Ich hätte gerne die Thronfolge von Pistorius angetreten, aber mit der Zeit ist auch Silber sehr viel wert“, sagte Behre.

Vier Europarekorde in sieben Rennen, drei Medaillen in vier Finals: Die Rio-Bilanz fällt für Behre äußerst positiv aus, nachdem er in London noch Bronze mit der Staffel geholt hatte und Fünfter über 400 Meter und Siebter über 200 Meter geworden war. „Man sagt immer, zum Saisonhöhepunkt sollte man auf dem Zenit sein. Ich habe jetzt einen ganzen Medaillensatz zuhause. Wenn mir das einer vor ein paar Jahren gesagt hätte, hätte ich das blind unterschrieben. Ich kann da mit Stolz drauf blicken und weiß nicht, ob ich jemals wieder schneller laufen werde. Ich habe meine ganze Energie in die Paralympics gesteckt. Für mich waren das gigantische Spiele.“

Direkt nach dem Rennen gab der „alte Mann“, wie er sich selbst bezeichnete, den „jungen Wilden“ Liam Malone (22) und Hunter Woodhall (17) eine Kampfansage: „Nächstes Jahr bei der WM in London wird die Bude wieder kochen.“

Zunächst freut Behre sich aber auf eine Pause, um abschalten zu können: „Vier Jahre paralympischer Zyklus sind anstrengend, wer Kalle kennt, weiß, dass da im Training ordentlich marschiert wird. London und die Heim-EM in Berlin 2018 will ich noch machen, die Paralympics in Tokio 2020 wären schön, aber da bin ich dann 34 und muss mal schauen.“

Nachdem er nach dem Staffelgold brav ins Dorf zurückgefahren war und nicht feierte, darf er heute endlich ins Deutsche Haus und anschließend mehr von Rio sehen: „Ich werde den Zuckerhut rocken und wenn wir mit dem Siegerflieger zurückfliegen, werden wir den auch leertrinken.“ Markéta Marzoli

 

Längst ist ein Buch über David Behrens bisheriges Leben erschienen: Sprint zurück ins Leben Nach dem Zugunglück, der dem damals 21-Jährigen beide Unterschenkel kostete, entdeckt er noch im Krankenhaus sein Ziel für die Zukunft: Er will der schnellste „Bladerunner“ werden. Mit Feuereifer stürzt er sich in sein neues Leben als Profisportler und trainiert über alle Schmerzen und Schwierigkeiten hinweg. Bei den Paralympics in London gewinnt er die Bronzemedaille mit der 4×100-Meter-Staffel – nur der erste Höhepunkt in einem Leben voller Überraschungen

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