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Paracycling

DM mit Faktorsystem

Auf dem Solorad siegt bei den Deutschen Meisterschaften in Lorsch Michael Teuber vor Wolfgang Sacher und Tobias Graf. Deutscher Meister im Handbike wird Bernd Jeffre. Bei den Frauen siegen Andrea Eskau im Handbike und Natalie Simanowski auf dem Solorad. Auf dem Tandem gewinnt das Duo Henrike Handrup/Ellen Heiny. Den Trike-Wettbewerb entscheidet Barbara Weise für sich.

Michael Teuber legte im Zeitfahren einen 42,8er Schnitt hin. Foto: Teuber Presse

Michael Teuber legte im Zeitfahren einen 42,8er Schnitt hin. Foto: Teuber Presse

Um die im paralympischen Sport aufgrund der Unterschiedlichkeit der Behinderungen notwendigen Leistungsklassen gemeinsam werten zu können, wurde unter Federführung der DBS-Abteilung Paracycling um Cheftrainer Adelbert Kromer erstmals bei einer Deutschen Meisterschaft ein prozentuales Faktorsystem angewandt. Die Faktoren haben die Ergebnisse der letzten Weltmeisterschaften als Basis und repräsentieren somit die aktuellen Leistungsunterschiede zwischen den Klassen. Unterschieden wurde nur noch zwischen den Sportgeräten Solorad, Tandem, Handbike und Trike sowie Männer und Frauen.

Die Deutschen Meisterschaften im Paracycling wurden heuer im Rahmen der Großveranstaltung „Sparkassen Triple German Championships“ gemeinsam mit den U23-Straßenmeisterschaften und der DM der Speedskater ausgetragen. Der Kurs des Zeitfahrens war durchgehend flach und mit 11,4 Kilometer relativ kurz. Auf dem schnellen Kurs konnte LC4-Paralympicssieger Michael Teuber mit einer Zeit von 15:59 Minuten eine bislang unerreichte Durchschnittsgeschwindigkeit von 42,8 Stundenkilometern erreichen und mit einem Faktor von 88% das Rennen auf dem Solorad für sich entscheiden.

Mit der Bestzeit von 14:10 Minuten war LC1-Vizeweltmeister Wolfgang Sacher zwar noch schneller unterwegs, musste sich aber aufgrund des Faktors mit dem zweiten Rang zufrieden geben. Knapp dahinter folgten LC3-Spitzenfahrer Tobias Graf (Faktor 90%) und CP4/LC2-Weltmeister Klaus Lungerhausen (Faktor 96%). Bei den Frauen gewann Natalie Simanowski (LC3, Faktor 92,5%) vor Yvonne Marzinke (LC2, 93,5%).

Im von sehr unterschiedlichen Bedingungen geprägten Handbikerennen konnte sich Bernd Jeffre in 17:03 Minuten vor Vico Merklein und Norbert Mosandl (alle HCC) durchsetzen. Schnellster B-Fahrer war Tobias Knecht auf Rang 5 mit Faktor 93%, bester A-Fahrer war Torben Broer (Rang 19, Faktor 79%). Bei den Frauen gewann die Doppelweltmeisterin Andrea Eskau in 18:50 Minuten deutlich vor Dorothee Wied (beide HCC) und Kerstin Abele (HCB, Faktor 82%).

In der Tandemklasse wurden Männer und Frauen gemeinsam gewertet. Das WM-erprobte Damentandem Handrup/Heiny konnte sich mit einer Zeit von 15:36 Minuten und Faktor 88% gegenüber der Männerkonkurrenz durchsetzten. Schnellstes Männdertandem war das Duo Arnold/Richter.

Auf dem Trike dominierte die zweifache Weltmeisterin Barbara Weise (CP2w, 81%) und verwies mit einer Zeit von 23:38 Minuten die männlichen WM-Teilnehmer Matthias Neumann (CP1m, 77%) und Mario Selbitz (CP2, 100%) auf die Plätze.

Aktivensprecher Michael Teuber: „Die vielen Leistungsklassen sind gerade bei einer Großveranstaltung schwer vermittelbar. Faktorsysteme werden auf IPC/UCI-Ebene erfolgreich angewandt. Wir haben heuer erstmals Faktorsysteme für alle Klassen eingeführt und konnten so die Anzahl der Siegerehrungen von bis zu 24 auf nur noch 6 verringern. Dadurch gewinnt jede einzelne Medaille enorm an Wert. Auf Solorad, Tandem und Trike haben sich die besten Zeitfahrer durchgesetzt, die Zeitabstände sind gering. Bei den Handbikern haben einige Favoriten durch ein heftiges Gewitter Zeit eingebüßt. Insgesamt war die Faktorregelung sowie die gesamte Veranstaltung ein großer Erfolg.“ Teuber Presse

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