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Solorad, Handbike, Tandem und Trike

Doppelsieg für Andrea Eskau

Die erneute Verteidigung des Gesamttitels im Einzelzeitfahren war für Radrennfahrer Michael Teuber (BSV München/RSG Augsburg) aus Odelzhausen eines der wichtigsten Ziele der ersten Saisonhälfte. Seit zwei Jahren wird für die fünf Wettkampfklassen im Solorad nur noch ein Deutscher Meistertitel vergeben. Zur Wahrung der Chancengleichheit werden zum Ausgleich der unterschiedlichen Handicaps Zeitfaktoren angewendet.

Der Kurs des Einzelzeitfahrens war mit 18,9 Kilometer und 600 bis zur Bergankunft zu überwindenden Höhenmetern äußerst anspruchsvoll. C1-Weltmeister Michael Teuber konnte das Rennen um die Deutsche Meisterschaft in einer Zeit von 42:47 Minuten (Faktor 88%) für sich entscheiden. Der weniger gehandicappte C4-Zeitfahrspezialist Wolfgang Sacher aus Penzberg war zwar noch schneller unterwegs, musste sich aber aufgrund des größeren Faktors (37:58 Minuten/ Faktor 100%) mit dem zweiten Rang zufrieden geben. Knapp dahinter folgte der Loßburger C2-Spitzenfahrer Tobias Graf ( 43:28 Min. / Faktor 89%). In der Europacup- Wertung wurde Teuber C1-Klassensieger und Dritter der Gesamtwertung. Die überragende Siegerzeit legte Profirennfahrer Jiri Jezek, der mit einer Unterschenkelprothese fährt, mit 35:53 Minuten und C4-Faktor 100% hin.

Die Straßenrennen über 60 Kilometer wurden auf einem winkligen, ca. 2,4 Kilometer langen Stadt-Kurs direkt in Elzach ausgetragen. Drei Rennen bewegten sich gleichzeitig auf dem Kurs. Schnell bildete sich im C1/2-Rennen eine Spitzengruppe mit Teuber, Graf, dem Berliner C1-Straßenweltmeister Pierre Senska und C2-Weltmeister Victor Higo Marquez aus Venezuela heraus. In der zweiten Rennhälfte kam es zum Zusammenschluss mit einer C4/5-Verfolgergruppe und Graf fiel bei dem nochmals verschärften Tempo zurück. Im Zielsprint musste sich Teuber den zwei Straßenweltmeistern geschlagen geben. Den EC-Sieg holte Top-Sprinter Marquez, Senska konnte sich mit dem DM-Titel und dem C1-Europacup-Klassensieg trösten.

Die weiteren Deutschen Meister und Medaillengewinner: Im Straßenrennen der Solorad-Männerklassen C3-5 setzte sich C4-Spitzenfahrer Wolfgang Sacher vor dem jungen C5er Steffen Warias, der zum zweiten mal in Folge Vizemeister wurde und Titelverteidiger Walter Marquardt, ebenfalls C1, durch.

Deutsche Meisterin im Einzelzeitfahren auf dem Solorad wurde Lokalmatadorin Michaela Bitsch in 52:03 Minuten (C5-Faktor 100%) vor Yvonne Marzinke (1:03:04 Stunden / C2-Faktor 83%) und Michaela Grassinger. Bitsch gewann auch das Straßenrennen.

In der Tandemklasse (Sehbehinderte) siegte im Kampf gegen die Uhr Yannik Reich mit Pilot Christian Meyer in 39:47 Minuten vor dem Duo Ralf Arnold/ Alexander Obert (beide Faktor 100%) und dem Frauenteam Henrike Handrup / Ellen Heiny (46:44 Minuten, Faktor 89%). Im Straßenrennen konnten sich Arnold/Obert durchsetzen.

Deutscher Zeitfahrmeister mit dem Handbike wurde auf der 12-Kilometer-Strecke in 29:15 Minuten und Faktor 91% H3-Weltcupsieger Vico Merklein vor Bernd Jeffre (29:31 Minuten, 91%), ebenfalls H3-Liegebiker. H4-Kniebiker Norbert Mosandl (27:40 Minuten, Faktor 100%) wurde Dritter. Bernd Jeffre gewann das Straßenrennen vor dem schwerer behinderten H2-Altmeister Max Weber und Vico Merklein.

In der Frauen-Handbikeklasse siegte auf der 6-Kilometer-Zeitfahrstrecke H4-Weltmeisterin Andrea Eskau in 11:26 Minuten vor Dorothee Vieth (12:05 Minuten, beide H4; 100%) und Newcomerin Anja Wicker (15:40 Minuten, H2-Faktor 82%). Eskau siegte auch im Straßenrennen.

In der Trike-Klasse gewann Weltmeisterin Jana Majunke (14:43 Minuten; Faktor 77%) vor Mario Selbitz (12:33 Minuten; 100%) und Matthias Neumann (16:45 Minuten; T1-Faktor 77%). Straßenmeister wurde Selbitz.

Bundestrainer Adelbert Kromer: „Mit der Faktorregelung reduzieren wir die Zahl der Deutschen Meistertitel von 24 auf 6 pro Disziplin – wir unterscheiden nur noch nach den Sportgeräten Solorad, Tandem, Handbike sowie Trike. Die unterschiedlichen Handicaps werden über die Faktoren ausgeglichen. Mit den gezeigten Leistungen meiner Sportler bin ich sehr zufrieden, unsere Deutschen Meister fahren auch international ganz vorne mit – das haben die Ergebnisse der Europacupwertung gezeigt.“ Teuber Presseinfo

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