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Doppelsilber für die Schwestern Carmen und Ramona Brussig

Carmen und Ramona Brussig haben beide Silber bei den Paralympics in Rio de Janeiro gewonnen. Die Zwillinge holten damit die ersten Medaillen der Paralympics in Rio für Deutschland überhaupt. Bei grandioser Stimmung in der Carioca 3 Arena mit vielen deutschen Fans und unter den Augen von Präsident Beucher war Carmen in der ersten Session dran.

Carmen Brussig muss während des Finales bis 48 kg einiges aushalten. Foto: Oliver Kremer/ Pixolli Studios/DBS

Carmen Brussig muss während des Finales bis 48 kg einiges aushalten. Foto: Oliver Kremer/ Pixolli Studios/DBS

Gegen die amtierende Weltmeisterin Li Living (China) wurde es die erwartet harte Auseinandersetzung. Living startete sehr aggressiv und führte nach 30 Sekunden mit 11:0. Carmen versuchte in der Folgzeit dagegen zu halten, aber zu stark heute die Chinesin. Am Ende holte die Chinesin verdient Gold und wurde von ihren Emotionen übermannt. Selbst in der Mixed Zone nach dem Wettkampf konnte sie sich nur schwer beruhigen. Carmen Brussig: „Ich bin überglücklich über meine Silbermedaille. Ich wusste, dass das sehr schwer wird. Wir standen nach London sehr unter Druck, aber als Athlet freut man sich über alle Medaillen. Ich habe jetzt den kompletten Medaillensatz. Ich möchte mit meiner Leistung brasilianische Kinder zum Sport motivieren, damit sie das hier auch mal erleben dürfen.“

Ramona hatte es im Finale mit der Französin Sandrine Martinet zu tun. Martinet ging sehr kraftvoll in den Kampf, aber Ramona hielt dagegen. Die lange Verletzungspause und die fehlende Wettkampfpraxis waren ihr nicht anzumerken, zu groß die Erfahrung der 39-jährigen Judoka des PSV Schwerin. Die ersten 10 Punkte macht die Französin und führte nach knapp einer Minute mit 11:0, doch dann kam Ramona besser in den Kampf. Sie versuchte alles, doch Martinet hielt stand und gewann mit 12:0.

Ramona Brussig: „Ich bin glücklich! Ich habe zwar das Finale verloren, aber ich kann mit einer Medaille zufrieden sein. Die Wettkampfvorbereitung war etwas knapp durch die gesundheitlichen Probleme, daher kann ich sehr glücklich sein. Ich freue mich über den Erfolg von Carmen und ich habe eine Medaille, da können wir uns beide gemeinsam freuen.“

Der Weg in die Finals für die Brussig-Schwestern

Ramona Brussig startete gegen die 31-jährige Brasilianerin Ferreira auf Matte 2 in den Wettkampf. Als Titelverteidigerin in der Klasse bis 52 kg ging Brussig verhalten in den Kampf, konnte aber 26 Sekunden vor Schluss die entscheidende Technik ansetzen und damit in die nächste Runde einziehen.

Trainer Stefan Saueressig: „Die Brasilianerin hat Bärenkräfte, die kann man fast nichts bewegen. Der erste Kampf ist immer schwerer, da der Druck hoch ist. Sie hat es gut hin bekommen und einen schönen Ippon hin geworfen. Die Französin ist die große Gegnerin, hoffentlich kommt sie im Finale.“

Carmen Brussig freut sich über ihre Performance und die Silbermedaille. Foto: Oliver Kremer/ Pixolli Studios/ DBS

Carmen Brussig freut sich über ihre Performance und die Silbermedaille. Foto: Oliver Kremer/ Pixolli Studios/ DBS

Ramona kämpfte im Halbfinale gegen die Uzbekin Sevinch Salaeva und machte von Beginn Druck. Nach einer Minute konnte sie den ersten Punkt für sich verbuchen. Sie hielt den Vorsprung bis zum Schluss und zog damit auch in das Finale ein. Ramona Brussig zum Halbfinal-Sieg: „Die Erleichterung ist jetzt groß, denn es waren zwei harte Kämpfe heute. Es hat mich motiviert, dass die Freunde und der Heimtrainer hier sind und meine Schwester eben gewonnen hat. Die Chance ist da!“

Carmen Brussig siegte gegen die 25-jährige Türkin Tasin in ihrem ersten Kampf in weniger als einer Minute. Carmen Brussig: „Der erste Kampf ist schon mal gut gegangen, es war für den Einstieg nicht schlecht. Die nächsten Kämpfen werden entscheidend.“

Im zweiten Kampf stand die Ukrainerin Yulia Halinska im Halbfinale als Gegnerin auf der Matte. Carmen Brussig ging entsprechend motiviert in den Kampf. Doch Halinska war die erwartet schwere Gegnerin, erst in den letzten Sekunden machte Brussig einen Punkt. Freudestrahlend lag sie sich nach dem Kampf Trainer Stefan Saueressig in den Armen. „Es war ein hartes Stück Arbeit, wie im letzten Jahr. Die Stimmung ist gut, die motiviert mich. Jetzt in der Pause sammele ich Kraft, esse und konzentriere mich.“ Markéta Marzoli

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