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Duell der Latinos

Es war das erste Fußballturnier für Blinde und Sehbehinderte in der paralympischen Geschichte, und somit ist die zweitgrößte Sportveranstaltung der Welt um eine actiongeladene Attraktion reicher geworden. Die Vergabe der Medaillen machten bei den Paralympics 2004 in Athen mit Brasilien, Argentinien und Spanien Länder unter sich aus, in denen seit jeher der Fußball ganz groß geschrieben wird.

Die Brasilianer schlugen im Finale Argentinien mit 3:2. Nachdem sie in der regulären Spielzeit 0:0 spielten und sich auch in der Verlängerung nichts an dem Ergebnis änderte, musste eine Entscheidung durch „Elfmeterschießen“ oder richtiger durch Penalty-Schießen her. Dabei war die Begegnung alles andere als ereignisarm, vielmehr lieferten sich die Teams ein spannendes Duell, wobei jede Seite den Siegtreffer mehrfach auf dem Spann hatte. Die Argentinier verloren lediglich das Finale, aus den anderen Begegnungen gingen sie stets siegreich hervor.

Die Spanier sicherten sich Bronze, indem sie den Gastgeber Griechenland mit 2:0 schlugen, in der Begegnung um Rang fünf setzte sich die Delegation aus Frankreich gegenüber den Koreanern mit 3:1 durch. Die Koreaner gingen leider ganz punktlos aus dem Turnier hervor, aber wie es so schön heißt: Sie sind um einige wichtige Erfahrungen reicher.

Joao Silva aus Brasilien setzte sich am Ende des Turniers mit neun Treffern an die Spitze der Topscorer-Liste. Dazu reichten dem Dribbelkünstler fünf Spieleinsätze. Ein Ergebnis, das sich wahrlich sehen lassen kann. Sechs Spiele für sieben Tore benötigte dagegen der zweitplazierte Franzose Frederic Villeroux. Beide Torkönige wurden neben Silvio Velo (Argentinien), Marcelo Rosado (Spanien) und Dimitris Ampatzis (Griechenland) zu den wichtigsten Spielern des Turniers gewählt. „Es war unser größtes Ziel, ins Finale zu kommen“, erklärte der Spanier Marcelo Rosado nach der letzten Begegnung, „von daher sind wir trotz der Bronzemedaille auch ein kleines bisschen enttäuscht.“

Beim 5-a-side-Fußball, wie er im internationalen Jargon genannt wird, sind ganz besonderes Ballgefühl und eine gute Orientierung im Raum gefragt. Darin unterscheidet sich dieses Spiel nicht vom gewöhnlichen Fußball. Wenn dann aber die Zuschauer während einer Spielaktion nicht schreien oder applaudieren dürfen, um die Spieler nicht zu irritieren, muss man sagen, dass hier wohl ganz besondere Regeln gelten.

Damit auf dem Feld jeder dieselben Chancen hat, bekommen die Spieler sichtundurchlässige Augenbinden aufgesetzt. Nur die Torwarte dürfen etwas sehen. Außerdem steht hinter dem jeweiligen gegnerischen Tor ein sehender Assistent, der durch Zurufe Informationen an seine Mannschaft weitergibt.

Fußball zu spielen, ohne sehen zu können, erfordert enormes Ballgefühl. Das leuchtet jedem sofort ein. Und die Zuschauer honorierten die Leistungen entsprechend, in dem sie die Teams meist vor voller Tribüne spielen ließen. Eine gelungene Premiere. fee

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