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Thomas Wagner:

EHC pusht die Handbike-Szene

Wie kam es dazu, dass bei sechs Handbikerennen der Saison 2001 Teilnehmerzahlen von 50 bis 80 erreicht wurden, während die Zahlen bei anderen Rennen eher stagnierten oder zurückgingen? Diese Frage beantwortet für Outrun Thomas Wagner in seiner Saisonzusammenfassung.

Die Lösung scheint verblüffend einfach zu sein: Man verteile einfach Punkte bis zum 50. Platz an die Sportler. Diese finden sich sodann in einer europaweiten Wertung wieder und haben so einen Ansporn, ihre Position in dieser Liste weiter zu verbessern oder zu festigen. In einer EHC-Saison zählen dann die vier besten Ergebnisse für die Gesamtwertung. Allerdings ist es vorteilhaft, bereits zu Anfang der Saison Punkte zu erzielen, denn von diesen hängt bei den darauffolgenden Rennen die Startposition ab.

Ins Leben gerufen hat den Europäischen Handbike Circuit die EHC-Association, ein gemeinnütziger Verein mit Vertretern aus sechs Ländern. Die Finanzierung erfolgt durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoring. An alle potentiellen Sponsoren: Es handelt sich hier um eine europaweite Veranstaltungsserie mit viel Potential! Das sollte man nicht unterschätzen.

In der endgültigen Europawertung 2001 sind immerhin 104 Männer der Klasse HC 3/4, 19 Männer der Klasse HC 1/2 und zehn Frauen der Klasse HC 3/4 vertreten, also insgesamt 133 Sportler. Wie man sieht, sind die Reihen der Tetras und die Frauen noch etwas dünn besetzt. Es wäre super, wenn sich in diesen Kategorien noch etwas tun würde.

Der dominierende Fahrer in der Klasse HC 3/4 war Hans Mayrhofer aus Österreich. Vom ersten Rennen in Rosenau bis zum fünften Rennen in Innsbruck stand er immer auf dem Siegertreppchen. Lediglich in Rotterdam konnte Kees van Breukelen sich durchsetzen und einen Heimsieg erzielen. So war dann bereits beim vierten Rennen in Malsch die EHC-Saison 2001 in Bezug auf den Sieg in dieser Klasse entschieden und es ging nur noch um die „Goldene Ananas“. Die Plätze zwei und drei sicherten sich Kees van Breukelen und Harrie van Hout (beide Niederlande). Erfreulich: Unter den Top 10 befinden sich immerhin sechs deutsche Fahrer.

Verbesserungsbedürftig ist eventuell die Klasseneinteilung: Es fällt auf, dass die ersten Plätze fast ausschließlich von Fahrern der offenen Klasse (HC 4) belegt werden, während sich der EHC insgesamt aus 67 Prozent HC3-Fahrern und nur 33 Prozent HC4-Fahrern zusammensetzt. Aber da muss man noch Erfahrungen sammeln.

In der Klasse HC 1/2 ging es da schon bedeutend enger zu: Anfangs kämpften noch vier Fahrer um die Krone. Dies änderte sich aber schlagartig in Innsbruck, als Yvon Buchmann durch seinen Sieg und die Nichtteilnahme seines schärfsten Konkurrenten Hubert Fischer den Sack zumachen konnte. Fischer hätte beim letzten Race nur noch einen Punktegleichstand erreichen können. Aber auch dieses Rennen in Rotterdam gewann letztlich Buchmann.

Bei den Frauen sah es anfangs ebenfalls nach einem spannenden Kampf aus. Bis zum dritten Rennen lagen die Führenden dicht beieinander. Dann aber gab es nur noch eine Siegerin: Die 15-jährige Monique van der Vorst aus Holland räumte in der zweiten Saisonhälfte alles ab, was es zu gewinnen gab und wurde schließlich überlegene EHC-Siegerin. Thomas Wagner

 

Für 2002 wurden folgende Rennen in den European Handbike Circuit aufgenommen:

Rosenau/Frankreich, 30. März 2002

Der Ort liegt im Elsaß gleich hinter der deutsch-französischen Grenze. Der Kurs ist eine Hochgeschwindigkeitsstrecke: flach, keine Ecken und guter Belag. Hier sind Windschattenfahren und Taktik angesagt. Super für die Zuschauer: Es werden mehrere Runden gefahren. Die Distanz beträgt 44 Kilometer.

Visé/Belgien, 5. Mai 2002

Visé liegt südlich von Maastricht. Der Kurs stellt ziemlich hohe Anforderungen an Mensch und Material, weil es des Öfteren über ruppiges Kopfsteinpflaster geht. Der Gesamtanteil dieser Strecken dürfte bei etwa zwei Kilometern liegen. Es gibt auch einige Steigungen, die zum Teil nicht ohne sind. Distanz: 42 Kilometer.

 Schenkon/Schweiz, 11. Mai 2002

Beim dritten Rennen wird erstmals ein Einzelzeitfahren über 21 Kilometer im Rahmen des EHC ausgetragen.

Miles of Malsch/Deutschland, 1. Juli 2002

Die „Miles“ werden 2002 verlängert und auch der Kurs wird wahrscheinlich gegenüber 2001 den wachsenden Teilnehmerfeldern angepasst. Die Strecke ist ein Dreieckskurs mit zwei ziemlich heiklen Ecken. Die Distanz beträgt 15 Meilen (etwa 26 Kilometer).

Innsbruck/Österreich, 15. August 2002

Bei der Strecke in Innsbruck handelt es sich um einen 3,7 Kilometer langen Rundkurs. Die Strecke ist gut asphaltiert und weist eine kurze, aber giftige Steigerung auf, die rennentscheidend sein kann. Die Distanz beträgt zwölf Runden (42 Kilometer).

Rotterdam/Niederlande, 8. September 2002

Rotterdam on Wheels: Auch bei der holländischen EHC-Veranstaltung handelt es sich um ein Rundstreckenrennen auf einem 10,5 Kilometer-Flachkurs. Hier ist ähnlich wie in Rosenau Taktik und Windschatten in der Gruppe angesagt. Die Distanz beträgt auch hier 42 Kilometer.

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