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Weltcup Ski Nordisch

Eine Woche wie im Märchen

Anja Wicker und Martin Fleig siegen am letzten Tag des Weltcup-Finales in Surnadal (Norwegen) im Biathlon über die Langdistanz, Wicker gewinnt zudem den Gesamtweltcup – Vivian Hösch fährt aufs Podium.

So richtig begreifen konnten es Anja Wicker (MTV Stuttgart) und Martin Fleig (Ring der Körperbehinderten Freiburg) auch vor der Heimreise am Montag nicht, was sich da am Tag zuvor beim Weltcup-Finale im Ski Nordisch der Sportler mit Behinderung zugetragen hatte. Mit einem Doppelsieg die Saison zu beenden – besser hätte es für das deutsche Spitzenduo im norwegischen Surnadal nicht laufen können.

Für die 23-jährige Wicker ging im hohen Norden eine Woche wie im Märchen zu Ende. Zweimal, im Sprint und in der Verfolgung, hatte sie in den Biathlon-Rennen bereits triumphiert, über die lange Distanz von 12,5 Kilometern war sie nun erneut die Schnellste, dies trotz zweier Schießfehler. In 48:46,5 Minuten verwies sie Natalia Kocherova (Russland, 49:16,3 Minuten) und Lidziya Hrafeyeva (Weißrussland, 50:17,1 Minuten) auf die weiteren Plätze.

„Das macht mich sprachlos“, sagte die Stuttgarterin, die sich durch den Hattrick im Gesamtweltcup an der Russin Marta Zaynullina vorbeischob und gewann. Kurz darauf fand sie ihre Sprache doch wieder. „Es war zum Abschluss noch einmal ein hartes Rennen mit schweren Bedingungen, aber ich konnte läuferisch meine letzten Körner zusammenkratzen.“

Seinen ersten Weltcup-Sieg feierte der 25-jährige Fleig. Wie seine Nationalmannschaftskameradin konnten auch ihn zwei Fehler bei 20 Schuss nicht aufhalten. Der Gundelfinger siegte über die 15 Kilometer in 49:32,1 Minuten vor Aleksandr Davidovich (Russland, 49:46,5 Minuten) und Trygve Steinar Larsen (Norwegen, 52:07,5 Minuten).

Im Gesamtweltcup arbeitete sich Fleig dadurch auf einen hervorragenden dritten Platz hinter den Russen Alexey Bychenok und Davidovich vor. „Mit all dem hätte ich wirklich nicht gerechnet“, sagte Fleig, der mit einem schlechten Gefühl ins Rennen gegangen war, dort dem Wind aber sehr gut trotzte und bis zum Ende Druck machte. „Auf der Zielgeraden dachte ich, mich holt der Teufel.“

Fleigs Freiburger Vereinskollegin Vivian Hösch erwischte ebenfalls einen aus ihrer Sicht „perfekten Saisonabschluss“. Sie blieb am Schießstand ohne Fehler und fuhr bei den Frauen mit Sehbehinderung mit ihrem Guide Florian Schillinger in 41:10,5 Minuten hinter Olga Prylutska (Ukraine, 40:30,6 Minuten) und Elena Remizova (Russland, 41:00,1 Minuten) auf den dritten Platz – es war der zweite des Winters für Hösch nach Bronze bei der Weltmeisterschaft in Cable (USA).

Im Lichte dieser Ergebnisse sprach der Bundestrainer Ralf Rombach von einem „überragenden Abschluss, der uns allen viel Motivation für die kommende Saison gibt“. Die Resultate bestätigen in Rombachs Augen einen Aufwärtstrend der deutschen Athleten, der sich fortsetzen soll. „Wir haben als Mannschaft noch nicht das ganze Potential ausgeschöpft.“ Heike Hauf-Rintelmann

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