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Haspa Marathon Hamburg

„Einen Jetze Plat darf man nicht wegfahren lassen“

Das waren wirklich harte Bedingungen beim 32. Haspa Marathon Hamburg, denen sich die Läufer, Handbiker und Rennrollstuhlfahrer stellten. Am Start war die Wetterwelt noch in Ordnung, aber kurz darauf prasselte Hagel, Regen und Graupel auf die Teilnehmer nieder. Hätten die Handbiker und zwei Rollstuhlfahrer, die an dem Rennen der Handbike-Trophy teilnahmen, aufgegeben, es wäre verständlich gewesen. Diese Witterung war eine besondere Herausforderung, festgeschnallt in den Sportgeräten und dem Spritzwasser schutzlos ausgesetzt. Aber in Hamburg wurde Durchhaltewillen gezeigt, sowohl von den Fahrern, als auch von den Zuschauern. Auch sie scheuten Kälte und Nässe nicht und feuerten die gebeutelten Akteure auf der gesamten Strecke an, bis die letzte Handbikerin nach 3:40:00 ins Ziel kam.

Jetze Plat freut sich über seinen Sieg in Hamburg. Foto: Jörn Kreinberg

Bei der Frage um den Gesamtsieg deutete sich ein Kampf zwischen dem neugegründeten Team Wolturnus und dem hochdekorierten Team Sunrise an. Favoriten waren Wolturnus Fahrer Jetze Plat (Weltmeister und Paralympicsieger im Paratriathlon sowie Kniebike-Bronze in Rio) und der paralympische Gold und Bronzemedaillen- gewinner Vico Merklein.

Nach dem Start selektierte sich sofort eine Spitzengruppe, die bei Kilometer 15 aus den drei Wolturnus Fahrern Plat (NDL), Jörgensen (DNK) und Gabriel (GER), den Sunrise Fahrern Merklein (Ger) und Klüver (DNK) sowie dem Niederländer Schipper bestand.

„Ich habe mir erst einmal angesehen was passiert, dann habe ich bei Kilometer 21, genau wie im letzten Jahr, eine kleine Steigung genutzt und konnte mich absetzen. Weil ich nicht wusste wie groß mein Abstand war habe ich einfach alles gegeben“, sagte im Ziel ein erschöpfter Sieger Jetze Plat. Mit dieser Taktik hatte Plat einen Vorsprung von fast eineinhalb Minuten herausgefahren und das zweite Mal in Folge den Haspa Marathon Hamburg gewonnen.

„Ich darf nicht mehr den Fehler machen, einen Jetze Plat wegfahren zu lassen. Aber ich habe seine Taktik durchschaut und denke ich kann mich für die nächsten Rennen besser präparieren“, erkannte Vico Merklein nach dem Rennen. Im Sprint um die weiteren Platzierungen setze sich dieser vor Patrick Gabriel und Kim Klüver Christiansen durch.

Eine tolle Leistung auch von Katrin Möller, der Handbike-Trophy Gesamtsiegerin 2016. Die aus Kiel stammende Möller fuhr einen unangefochtenen Start – Ziel Sieg in der Frauenwertung ein. Auf Platz zwei kam Annett Zenker-Urban.

Lange hatte er mit Verletzungen zu kämpfen, aber in Hamburg kam der Libanese Edward Maalouf mit seinem Klassensieg in der Division H3 zurück auf die Handbikerbühne. Bis zwei Kilometer vor dem Ziel fuhr er mit seinem Konkurrenten Vaclav Antal (CZE) zusammen, um sich dann abzusetzen und mit deutlichem Vorsprung das Rennen in der H3 für sich zu entscheiden. Dritter wurde hier Gregory Leray aus Frankreich.

In der Klasse H1/2 überzeugte Wolfgang Schattauer (AUT) an diesem Tag grandios. Mit fast einer halben Stunde Vorsprung siegte er vor dem zweitplatzierten Torben Bröer aus Kaltenkirchen. Bröer startete vergleichsweise schwach, bis er bei Kilometer 25 „durchzündete“ und bei Kilometer 30 einen 5 Minuten Vorsprung zum Rivalen Patrick Pascal (FRA) zugefahren hatte. Den baute er noch weiter aus, so dass sich Pascal mit Platz drei zufriedengeben musste. Jörn Kreinberg

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