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Statement Michael Teuber

Extreme Kräfte auf der Bahn

Radrennfahrer Michael Teuber (BSV München) suchte vor den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro im September eine Standortbestimmung auf der Bahn und nahm am Wochenende an den Paracycling Bahnweltmeisterschaften in Montichiari/Italien teil.

Mehr Ausdauerspezialist denn Kraftpaket: Michael Teuber. Foto: Oliver Kremer

Mehr Ausdauerspezialist denn Kraftpaket: Michael Teuber. Foto: Oliver Kremer

Zuletzt war Michael Teuber bei Bahn-Weltmeisterschaften im Jahr 2009 mit zwei Titeln erfolgreich, 2011 und 2012 konnte er nicht zuletzt wegen eines Klassifizierungs-Streits mit dem Weltradsportverband UCI nicht in die Medaillenvergabe eingreifen. Seit den Paralympics London 2012 hat der Deutsche keine Bahnwettbewerbe mehr bestritten, sondern konzentrierte sich seit dem auf die Straßenwettbewerbe, wo ihm seit 2012 zwei weitere WM-Titel im Zeitfahren gelangen. Für Rio 2016 sah der Verfolgungs-Paralympicssieger von Athen 2004 jedoch auch auf der Bahn wieder Chancen und suchte in Montichiari eine Standortbestimmung.

Bereits im Januar konnten sich Teuber und sein bayerischer Teamkollege Erich Winkler in der nationalen WM-Qualifikation gegen den Berliner Pierre Senska durchsetzen. Gleich am Donnerstag Vormittag wurde es bei der WM für Teuber und Winkler in der vorentscheidenden Qualifikation zur 3000 Meter Einerverfolgung ernst. Teuber erzielte eine Zeit von 4:07,35 Minuten, die am Ende für Rang 5 reichte, Erich Winkler kam in 4:08,62 Minuten auf Rang 6. Das spätere Finale gewann der Chinese Li mit neuem Weltrekord in 3:51,96 Minuten vor dem Kanadier Wilson (3:54 Min.). Der Niederländer Nijhuis (Qualifikationszeit 4:02 Min.) gewann den Lauf um Rang 3.

Im 1000 Meter Zeitfahren kam Teuber in einer Zeit von 1:24,14 Minuten auf Rang 9. Hier gewann Nijhuis in einer Zeit von 1:12,43 Minuten, ebenfalls mit neuem Weltrekord knapp vor Li (1:12,59 Minuten).

Michael Teuber sieht seine Chancen aufgrund der Klasseneinteilung eher auf der Straße als auf der Bahn. Foto: Oliver Kremer)

Michael Teuber sieht seine Chancen aufgrund der Klasseneinteilung eher auf der Straße als auf der Bahn. Foto: Oliver Kremer)

Teuber zu den Rennen: „Ich bin mit meiner Leistung in der Verfolgung zufrieden. Bei stärkerer Fokussierung auf die Bahn kann ich mich bis September sicher noch verbessern und um den Einzug ins kleine Finale, also um Rang 3 kämpfen. Fahrer wie Li und Nijhuis haben jedoch einen so kräftigen Antritt, dass sie mich in einem Finale in weniger als einer Minute einholen, eine Medaille ist also gegen diese Fahrer unrealistisch. Leider hat sich die Klassifizierung so entwickelt, dass man Sportler mit verschiedensten, unvergleichbaren Handicaps gegeneinander antreten lässt. Fahrer mit körperlichen Handicaps wie Erich Winkler oder ich sind Fahrern mit Cerebralparese wie Li, die über die volle Muskulatur verfügen, kraftmäßig hoffnungslos unterlegen, das passt nicht. Eines ist nach dieser WM noch klarer geworden: ich kann nur über die Ausdauer Rennen gewinnen, meine Fokussierung liegt im Hinblick auf Rio 2106 also nach wie vor auf dem Straßenzeitfahren.“ Presseinfo M.Teuber

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