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Para-Radsport-WM

Gold am Ende einer emotionalen Achterbahnfahrt

Auf dem Siegerpodest ist es aus ihr herausgebrochen: Die Freudentränen kullerten während der Nationalhymne die Wangen hinab und Christiane Reppe war sichtlich berührt. Nach einer emotionalen Achterbahnfahrt in den vergangenen Tagen hat die Handbikerin für ein Gold-Märchen gesorgt. Die 30-jährige Dresdenerin jubelte bei den Para-Radsport-Weltmeisterschaften im südafrikanischen Pietermaritzburg ebenso über den Titel wie Andrea Eskau und Hans-Peter Durst. Jana Majunke rundete den erfolgreichen WM-Auftakt mit Bronze ab.

Christiane Reppe durfte erst nicht starten, dann doch. Jetzt ist sie nur noch „überglücklich“ über den Gewinn der Goldmedaille. Foto: Oliver Kremer/ Pixolli

„Ich bin mega glücklich. Jetzt fällt gerade alles von mir ab, vor allem bei der Siegerehrung war es sehr emotional“, berichtet Christiane Reppe. Erst am Montag gab der Radsport-Weltverband nach einem Anmeldefehler bei der Nominierung überraschend doch noch grünes Licht für ihren Start, auch dank der Unterstützung des Bunds Deutscher Radfahrer, insbesondere durch Generalsekretär Martin Wolf. Jetzt hat Reppe Gold gewonnen – was für eine Geschichte.

In 32:08,05 Minuten bewältigte die Paralympics-Siegerin den bergigen Kurs und distanzierte ihre Konkurrentinnen in der Startklasse H4 um über eine Minute. „Es war ein hartes Zeitfahren, die Sonne brannte, es ging rauf und runter. Ich hatte mir in der ersten Runde schon einen kleinen Vorsprung herausgefahren und habe diesen in der zweiten Runde noch ausbauen können“, erklärt Reppe, die sich auch bei ihrem Vater Hans-Jürgen bedankte. Der kam nach der Start-Zusage kurzfristig mit ihrem Handbike eingeflogen, da seine Tochter das deutsche Team eigentlich nur als Zuschauerin begleitete. Das Handbike war rechtzeitig da – und die Athletin vom GC Nendorf gewann ihren dritten WM-Titel, allerdings den ersten im Zeitfahren.

Hans-Peter Durst und Jana Majunke trugen ihren Teil zum guten Abschneiden des deutschen Teams bei. Foto: Oliver Kremer/ Pixolli

Bereits den fünften Zeitfahrtitel bei Weltmeisterschaften in Serie feierte Hans-Peter Durst – ein historischer Erfolg. Der 59-jährige Dreiradfahrer vom RuMC 1925 Sturm Hombruch Dortmund lieferte sich ein enges Duell mit dem jungen Amerikaner Ryan Boyle und landete am Ende mit 16 Sekunden Vorsprung auf Platz eins (Klasse T2). „Es war richtig spannend und ich wusste im Ziel zunächst gar nicht, ob es überhaupt gereicht hat. Jetzt bin ich überglücklich, das ist Gänsehaut pur“, freute sich Durst, der bei den Paralympics in Rio Doppel-Gold errang.

Andrea Eskau fährt noch immer einen heißen Reifen. Foto: Oliver Kremer/ Pixolli

Für das erste Gold des Tages hatte in Südafrika Andrea Eskau gesorgt. Die mehrfache Paralympics-Siegerin im Sommer wie im Winter ließ ihrer Konkurrenz in der Klasse H5 keine Chance und fuhr souverän in 27:47,61 Minuten den Sieg ein. „Es war ein super Rennen bei nicht ganz leichten Bedingungen. Dafür war die Zeit wirklich gut und ich bin sehr zufrieden, dass ich den WM-Titel erneut einfahren konnte“, sagte die 46-Jährige aus Elsdorf (NRW). Und die Athletin ist und bleibt ein Phänomen: Denn nach dem Straßenrennen am Samstag wird sich ihr Fokus endgültig vollkommen auf die Paralympics in PyeongChang 2018 richten, wo sie ihrer außergewöhnlichen Karriere im Langlauf und im Biathlon weitere Erfolge hinzufügen möchte.

Das vierte deutsche Edelmetall zum WM-Start holte Dreiradfahrerin Jana Majunke (27) vom BPRSV Cottbus mit Bronze in der Startklasse T2. Weitere Medaillen verpassten die Handbiker Bernd Jeffré als Vierter sowie Vico Merklein und Mariusz Frankowski jeweils als Fünfte knapp. Mit dreimal Gold und einmal Bronze hat das Team von Bundestrainer Patrick Kromer dennoch einen sensationellen Auftakt bei den viertägigen Weltmeisterschaften hingelegt. Kevin Müller

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