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Rio de Janeiro

Goldener Sprung für Vanessa Low

Vanessa Low hat bei den Paralympics im brasilianischen Rio de Janeiro Gold im Weitsprung der Klasse T42 gewonnen und damit ihre erste paralympische Medaille geholt.

Vanessa Low springt einen Weltrekord und holt damit Gold. Foto: Ralf Kuckuck/ DBS

Vanessa Low springt einen Weltrekord und holt damit Gold. Foto: Ralf Kuckuck/ DBS

Die 26-jährige Weltmeisterin, die für den TSV Bayer 04 Leverkusen startet und in den USA von Roderick Green trainiert wird, sprang im dritten Versuch auf 4,93 Meter und verbesserte ihren eigenen Weltrekord um 14 Zentimeter. Im zweiten Versuch war sie bei 4,88 Metern gelandet, im vierten bei 4,90 Metern. „Ich habe das die ganze Zeit genossen, so wie ich es mir vorgenommen hatte.“ Ihrer Dauerkonkurrentin Martina Caironi aus Italien blieb nur Silber mit persönlicher Bestleistung von 4,60 Meter, obwohl auch sie gut in den Wettkampf gefunden hatte.

2012 bei den Paralympics 2012 in London war Low mit Platz sechs im Weitsprung und Rang vier über 100 Meter leer ausgegangen, seit 2014 gewann sie dann aber zweimal die Europameisterschaft und einmal die Weltmeisterschaft und startete in Rio als große Favoritin. Dabei war ihr Start in Brasilien alles andere als einfach: Wegen einer bakteriellen Infektion am Bauch musste sie operiert werden und mit dem Training aussetzen. Das beeinflusste sie im Wettkampf aber nicht allzu sehr: „Es war eine schwere Saison, aber heute hat alles gepasst. Es war jetzt Zeit, dass der Wettkampf endlich startet, ich habe mich bereit gefühlt.“

Am Samstag hat Low nun die nächste Chance auf eine Medaille über 100 Meter – dann gilt allerdings Caironi als Favoritin. Für Low könnte sprechen, dass die brasilianischen Fans sie wie eine Einheimische gefeiert hatten. So laut wie bei Low wurde es im Olympiastadion sonst nur, wenn ein Brasilianer startete. „Ich wollte von Anfang an mit dem Publikum interagieren, ich mag es, wenn sie beim Anlauf klatschen, das pusht mich. Dass es so geklappt hat, war aber überraschend und wunderschön. Dabei habe ich eigentlich nur einmal geklatscht und ein bisschen gewunken.“

Einen großen Anteil an ihrem Erfolg gab sie ihrem Trainer Roderick Green, dem Mann der ehemaligen deutschen Sprinterin Katrin Green: „Er hat mich mental so stark gemacht, er hat mir gezeigt, wie ich an mich selbst glaube. Auch wenn wir im Training oft ausgetestet haben, wo Grenzen sind.“

Zum Dank wird es nun ein Tattoo mit seiner Unterschrift auf ihrem Körper geben: „Wir waren irgendwann mal aus nachts, da hat er gesagt, er kann mich zu Gold trainieren. Und deshalb mache ich das jetzt. Er ist nicht nur als Trainer, sondern auch als Person einfach sehr wichtig.“

Dass sie sich bei der deutschen Hymne bei der Siegerehrung dann beim Mitsingen verhaspelte, nahm sie gelassen: „Von mir ist so viel Druck abgefallen. Ich bin für die USA weit weg von meinen Eltern gezogen, weit weg von meinem Freund, da war mir das ehrlich gesagt egal.“ Die zweite deutsche Starterin Jana Schmidt, die 2013 WM-Silber gewonnen hatte, wurde mit 3,53 Metern Siebte. Markéta Marzoli

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