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„Haut teuer verkauft“

Straßenspezialist Michael Teuber wird bei seinem paralympischen Bahnauftritt in der Einerverfolgung Fünfter. Erich Winkler nach Finaleinzug Vierter.

Michael Teuber ist mit seiner Leistung auf der Bahn zufrieden. Jetzt freut er sich auf seinen Einsatz auf der Straße. Foto: Christian Teuber

Michael Teuber ist mit seiner Leistung auf der Bahn zufrieden. Jetzt freut er sich auf seinen Einsatz auf der Straße. Foto: Christian Teuber

Es war wohl das spektakulärste und kurioseste Bahnrennen der Paralympischen Spiele und mitten drin: die bayerischen Bahnradfahrer Erich Winkler und Michael Teuber. Winkler ging in der dritten Paarung gegen den aufgrund seiner kurzfristigen Umklassifizierung umstrittenen Amerikaner Billy Lister an den Start. Nach einem kontrollierten Start legte Winkler enorm an Tempo zu und peilte eine Top-Zeit an, als seine Prothese ausklickte. Er trudelte aus und auf der Anzeigentafel prangerte „DNF“, das Kürzel für den Ausfall. Doch die Rennleitung entschied auf eine zweite Chance für Winkler. Dann kam Michael Teuber gegen den bulligen Vizeweltmeister Ross Wilson an die Reihe. Teuber wurde zwar von dem überlegenen Kanadier eingeholt, erzielte aber dennoch eine Top-Zeit von 4:04,105 Minuten. Wenig später fuhr der Chinese Li Weltrekord und Mitfavorit Arnoud Nijhuis (Niederlande) distanzierte Teuber nur denkbar knapp um 53 Hundertstel Sekunden.

Dann der zweite Auftritt von Erich Winkler: Eiskalt zieht der Ur-Bayer sein Rennen durch, legt mit 4:02,658 Minuten eine überragende persönliche Bestleistung hin und wird Dritter der Qualifikation. Im folgenden Finale um die Bronzemedaille ist dann der beinamputierte Winkler gegen den zwar weniger ausdauernden, aber extrem antrittsstarken Holländer, der an dem angeborenen Möbius-Syndrom leidet, chancenlos und wird am Ende Vierter. Gold geht an Weltrekordler Zhangyu Li, Silber an Ross Wilson.

Michael Teuber: „Großen Respekt vor Erich, er hat sich über die Jahre kontinuierlich gesteigert und heute unter schwierigen Bedingungen seine Bestleistung abgerufen, das freut mich als Landestrainer in Bayern ganz besonders. Wir haben unsere Haut teuer verkauft, aber die Handicaps sind einfach zu unterschiedlich. Mit meiner eigenen Zeit bin ich sehr zufrieden, zumal ich vor Rio ausschließlich meine Spezialdisziplin, das Straßenzeitfahren trainiert habe.“

Für Teuber ist das Abenteuer Bahn bereits beendet. Das Straßenzeitfahren, in dem er als Weltmeister und Titelverteidiger als Favorit gilt, wird am 14. September ausgetragen. Presseinfo M.Teuber

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