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Rollstuhl-Basketball

Kölner verpassen knapp einen Überraschungssieg

Dass es so knapp wird, damit hätte vor dem 13. Spieltag der Rollstuhlbasketball-Bundesliga keiner gerechnet. Im ersten Heimspiel des neuen Jahres zeigten die Köln 99ers eine tolle Leistung gegen die Gäste des BSC Rollers Zwickau und wurden am Ende dafür leider doch nicht belohnt. Mit nur einem Punkt Unterschied mussten sich die Hausherren letztlich mit 54:55 geschlagen geben.

Fast wäre den Köln 99ers gegen die Zwickauer der große Coup vor heimischem Publikum gelungen. GML / Basketball-Foto.de.

Fast wäre den Köln 99ers gegen die Zwickauer der große Coup vor heimischem Publikum gelungen. GML / Basketball-Foto.de.

Vor Spielbeginn stellte der Vereinsvorsitzende Winfried Hühn das Projekt „ Rolli Rookies“ offiziell vor. Die Rolli Rookies, die es seit vergangenem Sommer gibt, sind ein Angebot an alle Jungen und Mädchen mit und ohne Behinderung zwischen 8 und 17 Jahren, die Rollstuhlbasketball erlernen möchten. „Der RBC Köln 99ers fährt eine Art Doppelstrategie“, erklärte Hühn. Denn der Verein setze nicht nur auf den Spitzensport, sondern wolle auch die Jugend und den Nachwuchs fördern. Ihre bereits erlernten Fähigkeiten präsentierten die Rolli Rookies in der Halbzeitpause den rund 150 Zuschauern mit einem kurzen Spiel.

Etwas verspätet begann dann die Partie gegen den Play-Off-Garant aus Zwickau. Die Hausherren starteten gut und selbstbewusst ins erste Viertel. Der Niederländer Paul Toes brachte die Kölner bereits nach 20 Sekunden mit 2:0 in Führung. Wie erhofft, waren die Kölner im weiteren Spielverlauf mit dem ersten Wurf erfolgreich, so dass die Gäste ihre Reboundüberlegenheit nicht ausspielen konnten. In der Offensive lief es für die Zwickauer nicht besser: Fünf Minuten lang konnten sie keinen Punkt erzielen. Die Kölner nutzten diese Chance und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Nach einem 12 Punkte-Lauf stand es somit 18:6 in der siebten Minute. Vor allem Nationalspielerin Marina Mohnen, die zehn ihrer insgesamt 12 Punkte im ersten Spielabschnitt verbuchte, war neben Toes maßgeblich am 20:8 zur ersten Viertelpause beteiligt.

Beflügelt von der Leistung des ersten Viertels starteten die 99ers auch stark in den zweiten Spielabschnitt. Edwin Schalkx rollte in der 12. Minute frei zum Korb, wo er zum 24:10 traf. Auch die Vorgabe von Headcoach Martin Otto, die Zone geschlossen zu halten, setzten die Domstädter gut um. Die beiden Zwickauer Center Rostislav Pohlmann und Adam Erben kamen somit nicht an ihre bevorzugten Wurfpositionen unterm dem Kölner Korb. Vor allem dank dieser beachtlichen Defensiv-Leistung konnten die Hausherren ihren Vorsprung halten. In der Schlusssekunde des 2. Viertels traf Pohlmann mit seinem bis dahin erst vierten Punkt zum 30:20 Halbzeitstand.

Einsatz der Kölner Rolli Rookies. GML / Basketball-Foto.de

Einsatz der Kölner Rolli Rookies. GML / Basketball-Foto.de

Nach der Halbzeitpause schienen sich die Gäste aus Sachsen etwas von ihrem Schock erholt zu haben und kamen auch dank einer deutlich besseren Wurfausbeute immer besser ins Spiel. Der Zwickauer Leistungsträger Kai Möller verkürzte in der 24. Minute mit einem Korbleger auf 36:30. Allerdings ließen sich die Rheinländer von dem Tabellendritten nicht aus der Ruhe bringen. Vor allem der Kölner Center Toes machte es den Zwickauern nicht leicht und hielt die Gäste mit seinen 12 Treffern und einem Assist im dritten Viertel auf Abstand. Nach einem Fast Break in der 28. Minute stellte Frank de Goede wieder einen 9 Punkte-Vorsprung her (44:35), ehe es mit 46:39 in das letzte Viertel ging.

Konzentriert und voller Kampfgeist gingen die Gäste nun in das letzte Viertel und alle Zuschauer waren gespannt, ob der Vorsprung der Hausherren ausreichen würde? Vor allem in den ersten fünf Minuten waren die Favoriten aus Zwickau den Kölnern überlegen. Die Kölner ließen leichte Punkte zu, so dass sich der Vorsprung langsam verringerte. Die 99ers um den herausragenden Toes, der mit insgesamt 13 Rebounds und 28 Punkten über die Hälfte der Kölner Punkte auf sein Konto verbuchen konnte, wurden dadurch nervös, teils einfachste Würfe gingen nun daneben. Die Konsequenz war, dass der BSC Rollers Zwickau durch Möller in der 36. Minute erstmals in Führung ging (47:49). In den dramatischen letzten Minuten erlebten die Zuschauer ein Spiel, was sie im wahrsten Sinne des Wortes von den Sitzen riss. 59 Sekunden vor Schluss traf de Goede zum 54:55, Matt Sealy verfehlte auf der gegnerischen Seite, Toes holte sich den Defensiv-Rebound, so dass die Kölner wieder in Ballbesitz waren. Doch der Ball wollte das Ziel einfach nicht finden. Gabriel Kasapoglu hatte die Möglichkeit zum Siegtreffer in der letzten Sekunde, doch er verwarf und es kam zur bitteren 54:55 Niederlage. Doch trotz des Ergebnisses bejubelten die zahlreichen Zuschauer zum Abschied ihr 99ers-Team. Julia Päschke

Für die Köln 99ers spielten: Lenatz, Bergenthal (2), Richter, Mohnen (12), Kasapoglu, de Goede (4), Toes (28), Schalkx (8), Zielke

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