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Jetze Plat siegt in Berlin

Kollektive Fehleinschätzung

Es war ein Finale mit lauter Streckenrekorden: Jetze Plat, Christiane Reppe und in der Tetra-Klasse Patrick Pascal gewannen beim 41. BMW Berlin Marathon in der Handbike Trophy jeweils in Bestzeit.

Unangefochten über die Ziellinie: Jetze Plat. Foto: Jörn Kreinberg

Unangefochten über die Ziellinie: Jetze Plat. Foto: Jörn Kreinberg

Berlin hatte gerufen und bedankte sich mit Windstille und sonnigem Wetter für das Kommen der Handbiker und Handbikerinnen zu diesem großartigen Marathon. Schon ab 06:00 Uhr kamen die Aktiven und füllten die Parklätze um genügend Zeit für die Startvorbereitung zu haben. Um 08:00 Uhr wurde dann die Startaufstellung eingeleitet. Trotz der großen Teilnehmerzahl war das dank der erfahrenen Helfer problemlos.

Nachdem die Favoriten vorgestellt waren, wurde der Startschuss von Katarina Witt gegeben und sofort ging es auf der Startgeraden mit hohem Tempo los. Auf der rechten Fahrbahnseite übernahm der Triathlon-Europameister Jetze Plat die Führung und machte unmissverständlich klar, dass alle anderen mit ihm rechnen sollten.

Bei Kilometer fünf hatte sich eine 12-köpfige Führungsgruppe abgesetzt und es wurde deutlich, dass der spätere Sieger hier zu finden sein würde. In der Verfolgergruppe hatte sich auch Weltmeisterin Christiane Reppe als einzige Frau festgesetzt. In der Spitze wurde taktiert, aber im Gegensatz zu früheren Rennen, blieb das Tempo hoch und die Zuschauer konnten mit einer guten Zeit rechnen.

Sechs Kilometer vor dem Ziel setzte sich der Niederländer Jetze Plat von der Führungsgruppe ab - mit Erfolg. Foto: Jörn Kreinberg

Sechs Kilometer vor dem Ziel setzte sich der Niederländer Jetze Plat von der Führungsgruppe ab – mit Erfolg. Foto: Jörn Kreinberg

Zu hoch war das Tempo bei Kilometer 27 für den Dänischen Meister Kim Klüver Christiansen (DNK) und nach 30 Kilometer für Olaf Heine (GER), sie mussten abreißen lassen. Das Team Sopur war bei den verbliebenen 10 Akteuren mit Vico Merklein (GER), Arkadiusz Skrypinski (POL) und Mischa Hielkema (NLD) vertreten. Vom Otto Bock Team waren es Torsten Purschke (GER) und Patrick Gabriel (GER). Als Teamfahrer hatten diese jetzt einen klaren Vorteil und rückten als Favoriten in den Fokus vor die „Einzelkämpfer“ Jetze Plat (NDL), Bernd Jeffré (GER), Ludovic Narce (FRA), Michael Fromm (GER) und Josef Michelberger (GER).

Sechs Kilometer vor dem Ziel setzte sich Jetze Plat ab. Im Vertrauen darauf, dass Plat es nicht bis ins Ziel durchhalten würde, setzte keiner der etablierten Favoriten nach. Diese kollektive Fehleinschätzung nutzte der Niederländer für sich und siegte nicht nur mit über einer halben Minute Vorsprung, sondern fuhr mit einer Zeit von 01:03:37 Std. einen neuen Streckenrekord. Den 2. Platz konnte sich Bernd Jeffré vor Torsten Purschke sichern.
„Mein Sieg war für mich wirklich verrückt, ich hatte im Vorfeld gehofft bei meinem ersten Start in Berlin unter die ersten fünf zu kommen“, sagte der sonst im Kniebike startende Jetze Plat bei der anschließenden Pressekonferenz.

Senkrechtstarterin Christiane Reppe. Foto: Jörn Kreinberg

Senkrechtstarterin Christiane Reppe. Foto: Jörn Kreinberg

Erst seit einem Jahr ist Christiane Reppe (GER) bei der „Marathon Familie“ dabei. Das erste Rennen überhaupt bestritt sie beim 40. BMW Berlin Marathon 2013 (Platz 4). Im Jahr 2014 bei allen Handbike Trophy-Rennen siegreich, wurde sie Anfang September in den USA außerdem Weltmeisterin im Straßenrennen. Beim 41. BMW Berlin Marathon steht sie mit dem Anspruch am Start, einen neuen Streckenrekord zu fahren. Perfekt gelingt dann auch der Start. In einer großen Männergruppe kann sie nicht nur mithalten, sondern übernimmt auch gerne Führungsarbeit.

„Ganz am Anfang hatte ich immer Probleme, dass mich die Männer nach dem Führungswechsel nicht wieder in die Schlange ließen, aber jetzt kennen sie meine Stärken und das ist kein Thema mehr – ich bin akzeptiert“ , so die sympathische frühere Schwimmerin.

Der Sieg mit Streckenrekord gelingt dann auch grandios. Bei 01:10:23 Stunde steht die Uhr als sie über die Ziellinie fährt. Da ist der alte Rekord aus 2013 um fast 5 Minuten verbessert! Den zweiten Platz belegt Ursula Schwaller, die sich nicht nur mehr auf den Handbikesport konzentriert, sondern auch im Rudersport aktiv ist. Dritte wird die Italienerin Francesca Porcellato.

Bei den Tetras konnte sich der Franzose Patrick Pascal ganz knapp im Sprint vor dem Österreicher Wolfgang Schattauer durchsetzen und erzielte mit 01:14:19 Stunde einen neuen Streckenrekord für diese Division. Dritter wurde Mariusz Frankowski (GER). Eine tolle Leistung auch in dieser Klasse, besonders wenn man bedenkt, dass beim ersten Handbikerennen im Jahr 2004 der Gesamtsieger eine Zeit von 01:17:02 Stunde fuhr. Jörn Kreinberg

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