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Nordische Ski-WM:

Martin Fleig wird Weltmeister

Ein WM-Titel und vier weitere Medaillen – das Auftaktwochenende der nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Finsterau (Bayerischer Wald) hätte für die deutsche Nationalmannschaft kaum erfolgreicher sein können. Martin Fleig jubelte im Biathlon über Gold, Anja Wicker freute sich über Silber und Clara Klug gewann ebenso Bronze wie Andrea Eskau, die im Langlauf-Sprint einen zweiten Platz folgen ließ. Fünfmal Edelmetall nach zwei Tagen bei der Heim-WM – eine herausragende Bilanz des deutschen Teams von Bundestrainer Ralf Rombach.

„Es läuft so gut!“ – Martin Fleig kurz nach dem Gewinn seines Weltmeister-Titels. Foto: Ben Schieler/ DBS

Martin Fleig musste erst um Worte ringen. „Ich kann das gar nicht fassen“, sagte der 27-Jährige vom Ring der Körperbehinderten Freiburg kopfschüttelnd, nachdem der Stadionsprecher des SV Finsterau das Ergebnis des Biathlon-Rennens über die Mitteldistanz in der sitzenden Konkurrenz durchgegeben und Fleigs Hoffnungen bestätigt hatte: Der Gundelfinger ist Weltmeister. „Der Saisonverlauf war nicht optimal, ich bin häufiger ausgefallen. Daher ist es für mich noch überraschender, dass es so gut läuft. Das gibt mir Selbstvertrauen“, betonte Fleig. Einen besseren Start in die bis zum 19. Februar laufende Heim-WM im Ski nordisch für Sportler mit Behinderung hätte es kaum geben können. Fleig leistete sich lediglich einen Fehler am Schießstand und blieb mit seiner Zeit von 37:31 Minuten nach einem packenden Duell vor Taras Rad (Ukraine / 37:52,2 Minuten / zwei Schießfehler). Der Drittplatzierte Eui Hyun Sin (Südkorea) musste viermal in die Strafrunde und hatte am Ende 2:06,4 Minuten Rückstand auf Fleig.

„Ich war sehr nervös vor dem Start“, sagte Fleig. Auf der Strecke war ihm das freilich nicht anzumerken. Zu den ersten Gratulanten in der Mixed-Zone gehörte der Präsident des Deutschen Behindertensportverbands, Friedhelm Julius Beucher. „Das war eine tolle Leistung“, lobte er und zeigte sich besonders beeindruckend davon, „dass sich Martin zum Schluss sogar noch hat steigern können“. Und Beucher durfte mit dem Gratulieren gleich weiter machen. Anja Wicker (MTV Stuttgart) und Andrea Eskau (USC Magdeburg) gewannen bei den Frauen sitzend hinter der überragenden Athletin des Tages, Lidziya Hrafeyeva (Weißrussland / 34:46 Minuten / ein Schießfehler), Silber und Bronze. Wicker musste zweimal in die Strafrunde und kam auf eine Zeit von 36:22,1 Minuten, Eskau blieb mit einem Schießfehler 16,4 Sekunden hinter der Teamkollegin.

„Ich wollte bei dieser WM eine Medaille. Das habe ich jetzt schon geschafft“, gab die 25-jährige Wicker aus Stuttgart freudestrahlend zu Protokoll. „In den Strafrunden habe ich extra Gas gegeben.“ Andrea Eskau, die gesundheitlich leicht angeschlagen ins Rennen gegangen war, holte nach Bronze im Biathlon noch die Silbermedaille im Langlauf-Sprint hinter der Top-Favoritin Oksana Masters (USA). „Ich habe das Maximale herausgeholt. Oksana war diesmal nicht zu schlagen“, sagte die in Bergheim lebende 45-Jährige nach ihrem zweiten Edelmetall im zweiten Rennen.

Ihr WM-Ziel bereits nach dem Auftaktwettkampf erreicht hat Clara Klug (PSV München). Die 22-Jährige gewann bei den Damen mit Sehbehinderung mit ihrem Guide Martin Härtl (SK Nesselwang) in 36:47,9 Minuten bei zwei Schießfehlern Bronze hinter den Ukrainerinnen Olga Prylutska (33:11,4 Minuten / zwei Fehler) und Oksana Shyshkova (33:18,5 Minuten / ein Fehler). „Mein Ziel war ein Podiumsplatz, daher war das ein sehr guter Anfang“, erklärte die Münchnerin.

Bundestrainer Ralf Rombach hatte aufgrund des erfolgreichen Auftakts ein breites Lächeln im Gesicht. Fünf Medaillen nach zwei von sieben Rennen ist mehr als man erwarten konnte. „Es ist super gelaufen. Vor allem Martins Sieg ist der Hammer.“ Ein Erfolgserlebnis hatte auch Steffen Lehmker (SV Kirchzarten). Der 28-Jährige aus Bad Bevensen in Niedersachsen sicherte sich mit Platz acht in der stehenden Konkurrenz im Biathlon sein persönliches Wunschergebnis und knackte die Voraussetzung für eine Aufnahme in den B-Kader. Weiter geht es in Finsterau am Dienstag mit Biathlon. Kevin Müller

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