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Vieth vor Eskau

Medaillenregen für deutsche Radsportler

Zweimal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze: Die Straßen-Wettbewerbe hätten für die deutschen Paracycler in Rio de Janeiro am Mittwochvormittag besser kaum beginnen können.

Den Auftakt der Medaillenflut machte Michael Teuber (C1), der das Zeitfahren über 20 Kilometer 27:53,98 Minuten deutlich vor dem Kanadier Ross Wilson (28:47,34) Gold gewann. „Ich bin überglücklich. Es ist alles perfekt aufgegangen. Viel besser geht’s nicht“, sagte Teuber. Nach 2008 und 2012 war es sein dritter Zeitfahr-Erfolg bei den Paralympics. Mehr noch: Teuber bejubelte bereits seine fünfte Goldmedaille bei Paralympischen Spielen. Erich Winkler dagegen hatte wie schon auf der Bahn erneut einen technischen Defekt und verpasste als Vierter in 29:37,37 Minuten eine Medaille.

Riesengroß waren die Erleichterung und der Jubel bei Denise Schindler (C1-3). Nach ihrer Disqualifikation auf der Bahn über 3000 Meter sprintete die 30-Jährige auf der Straße zu Silber, obwohl sie ohne Erwartungen ins Zeitfahren gegangen war. Sie musste sich in einer Zeit von 30:18,99 Minuten nur der Niederländerin Alyda Norbruis (29:46,51) geschlagen geben – und konnte damit sehr gut leben: „Wie habe ich das denn gemacht? Nach dem Drama auf der Bahn ist das ein Geschenk für mich. Das ist die Erlösung“, schwärmte eine sichtlich erleichterte Schindler mit Tränen in den Augen.

Der krönende Abschluss der ersten Session am Vormittag war der deutsche Doppelerfolg der Handbikerinnen Dorothee Vieth und Andreas Eskau. Im Zeitfahren der Klassen H4 und H5 siegte die Hamburgerin Vieth in 31:35,46 Minuten vor ihrer Teamkollegin aus Magdeburg (32:15,42). „Das ist unglaublich, grandios. Die Freude ist riesengroß. Es war die Hölle auf der Strecke, so unglaublich heiß“, sagte Vieth. Nach einmal Silber und dreimal Bronze ist es ihre erste Gold-Medaille bei Paralympischen Spielen. Andrea Eskau konnte mit dem zweiten Platz gut leben. „Auf diesem Kurs bin ich mit Silber sehr zufrieden. Ich liebe eigentlich die Berge, die waren hier eben nicht da. Ich gönne Dorothee den Sieg von Herzen.“ Christiane Reppe belegte mit einem Rückstand von 1:07.76 Minuten Rang 6.

Handbiker Vico Merklein holte Bronze. Der 39-Jährige musste sich in der Klasse H4 in 28:42,34 Minuten dem Polen Rafal Wilk (27:39,31) und dem Österreicher Thomas Frühwirth (27:49,31) geschlagen geben. Kerstin Brachtendorf (C5) holte nach 30:31.46 Minuten Platz 7. Max Weber (H3) kam als Neunter ins Ziel (31:20.94). Markéta Marzoli

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