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Streubombenkonferenz

„Nacht der Inklusion“

outrun_1revconf_dubrovnik_till_mayer_51_0915Nach drei Tagen politischem Austausch stellte gestern Abend ein inklusives Tanz- und Sportevent die betroffenen Menschen in den Mittelpunkt der Streubombenkonferenz in Dubrovnik. Delegierte der anwesenden Staaten, internationalen Institutionen und der Streubombenkampagne und Gäste aus Dubrovnik erlebten gemeinsam eine intensive Performance von Tänzerinnen und Tänzern mit und ohne Behinderung − darunter Ballerina Deana Gobac aus Zagreb, die 1995 bei einem Angriff mit Streubomben verletzt wurde. Beim anschließenden Sitzvolleyball-Turnier spielten kroatische paralympische Profis gemeinsam mit Streubombenüberlebenden, Diplomaten und AktivistInnen aus verschiedenen Ländern. Umrahmt wurde der unterhaltsame Abend von der Ausstellung „Barriere:Zonen“ des Fotojournalisten Till Mayer mit berührenden Portraits von Streubombenüberlebenden und anderen Menschen, die durch Krieg oder Kriegsfolgen verletzt wurden.

Das spannende, akrobatische und sehr persönliche Zusammenspiel von TänzerInnen mit verschiedenen körperlichen Voraussetzungen, einige von ihnen im Rollstuhl, bewegte das Publikum zu Standing Ovations. Beim fröhlichen inklusiven Sitz-Volleyballspiel entdeckten dann die Delegierten der Konferenz im aktiven Mitspielen und im begeisterten Zuschauen eine für dynamische Sportart, die von den paralympischen Profis gekonnt präsentiert wurde. Die Medaillen wurden den Teams von Branislav Kapetanovic verliehen, dem Botschafter der internationalen Kampagne CMC, der durch eine Streubombenexplosion beide Arme und Beine verloren hat. Sein Portrait ist auch eines der beeindruckendsten Beispiele der Ausstellung „Barriere:Zonen“.

Die Konvention über ein Verbot von Streubomben, über deren Umsetzung bei der Konferenz in Dubrovnik berichtet und verhandelt wird, verpflichtet die Staaten zur Räumung des von Streumunition verseuchten Landes – und zur Unterstützung der Menschen, die von diesen Waffen verletzt und zu einem Leben mit schweren Behinderungen gezwungen wurden. Die Überlebenden haben ein Recht auf Inklusion, also darauf, an allen Bereichen der Gesellschaft teilzunehmen − wie jeder Mensch mit oder ohne Behinderung. Im Blick auf Opferhilfe ist die Konvention bahnbrechend: Auch die Familien der durch Streubomben verletzten und getöteten Menschen sowie die durch Blindgänger betroffenen Gemeinden werden als Opfer betrachtet. Opferhilfe richtet sich somit an alle, die durch diese Waffen an physischen und psychischen Verletzungen leiden oder wirtschaftlichen Schäden und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Die international tätige Organisation Handicap International unterstützt die Betroffenen durch Projekte in vielen betroffenen Ländern. Dr. Eva Maria Fischer

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