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International Paralympic Winter Day in Moskau

Premiere auf dem Roten Platz

In Russland verehren die Eishockey-Fans ihn noch heute als „Mann mit den 1000 Händen“. Beim International Paralympic Winter Day (IPWD) auf dem Roten Platz in Moskau im Dezember kehrte Wladislaw Tretjak, zehnfacher Weltmeister und bester Torwart aller Zeiten, auf das Eis zurück und hütete 15 Minuten lang den Kasten des deutschen Sledge-Hockey-Teams, das gegen die Niederlande 10:1 gewann.

Sledge-Eishockey vor ebenso ungewöhnlicher wie atemberaubender Kulisse. Foto: IPC

Sledge-Eishockey vor ebenso ungewöhnlicher wie atemberaubender Kulisse. Foto: IPC

Dieses ungewöhnliche „Comeback“ des 57-Jährigen macht bereits klar, worum es in diesem Spiel hauptsächlich ging: um öffentliche Aufmerksamkeit für einen faszinierenden Sport von Menschen mit Behinderung. Im Blick auf Sochi 2014 haben das russische Organisationskomitee und das International Paralympic Committee (IPC) auf dem Roten Platz erstmals einen IPWD veranstaltet, für den die Sommerversion 2009 in Berlin als Vorbild diente.

Wie entschlossen die Gastgeber sind, nach den Olympischen Spielen 2014 auch die anschließenden Paralympics zu einem Erfolg werden zu lassen, verdeutlichte der Empfang am Abend durch den russischen Präsidenten Dimitrij Medwedew. Diese Wertschätzung trug dazu bei, dass schon die Pressekonferenz zu einem besonderen Medienereignis wurde und die paralympische Idee weit in die russische Öffentlichkeit trug.

Der UN-Sonderbeauftragte für Sport, Entwicklung und Frieden Willi Lemke erinnerte dabei an die nachhaltige Wirkung der Paralympics 2008 in Peking, mit der sich in China die Sichtweise auf das Leben mit Behinderung sehr positiv verändert habe. In Russland wird die Zahl der Menschen mit körperlichem Handicap mit 13 Millionen angegeben. Aber nicht nur für sie, so betonte IPC-Präsident Sir Philip Craven, sind die Paralympics ein atemberaubendes Erlebnis.

Wie es die Paralympics schaffen, als Spitzensport-Event Zuschauer mit und ohne Behinderung zu begeistern und damit Denkbarrieren zu beseitigen, lässt sich am besten mit dem Sport selbst darstellen.

Die Nationalmannschaften von Deutschland und den Niederlanden wechselten jeweils zwei weitere russische Spieler ein, um damit zugunsten auf dem Roten Platz der noch jungen Entwicklung dieser Sportart in Russland ein Zeichen zu setzen. Wladislav Tretjak wird das gern gesehen haben, er ist seit 2006 Präsident des russischen Eishockey-Verbandes. IPC

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