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13. reha team West & Otto Bock-Trophy 2016

Rakete landete in Korschenbroich

Es schien fast so, als ob die Falcon-9-Rakete am Wochenende nicht auf einer unbemannten Plattform im Ozean gelandet sei, sondern viel mehr mitten auf der Hindenburgstraße beim 28. Internationalen Korschenbroicher City-Lauf. Der feine Unterschied lag darin, dass die Landung sich nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit vollzog, ganz im Gegenteil: viele tausend Zuschauer waren bei herrlichem Sonnenschein einmal mehr fasziniert vom Auftritt der Handbiker im Rahmen des viertgrößten deutschen City-Laufes.

Jetze Platz beherrschte das Rennen in Korschenbroich quasi vom Start weg. Foto: H. van Dam

Jetze Platz beherrschte das Rennen in Korschenbroich quasi vom Start weg. Foto: H. van Dam

Beim Fahrer im vermeintlichen Raumanzug handelte es sich um Jetze Plat, der einen Tag nach seinem siegreichen Saisoneinstieg in Rotterdam, auch am Niederrhein für eine unwiderstehliche Performance sorgte. Vom Startschuss weg legte der Mittzwanziger ein Tempo vor, dem keiner der Konkurrenten aus dem 24-köpfigen Feld gewachsen war. Zum zweiten Male hintereinander war Organisator Holger Falk vom reha team West hierbei gezwungen, die traditionelle 11.862 Meter-Renndistanz auf glatte 11 km zu verkürzen. Langwierige Straßenbauarbeiten machten dies erneut nötig und verschoben somit Plat´s Angriff auf den von ihm selbst gehaltenen Streckenrekord um ein weiteres Jahr. Dass der Niederländer diesen ernsthaft in Gefahr gebracht hätte, daran bestand kein Zweifel, so stark präsentierte sich Plat nach 17:35 Minuten im paralympischen Jahr, dessen Höhepunkt für ihn im September am Zuckerhut liegen soll. Dann zugleich auch im erstmals ausgetragenen Wettbewerb der Triathleten.

Dies schmälert aber keineswegs die hervorragenden Leistungen der Nächstplatzierten. Allen voran der unverwüstliche Torsten Purschke, der es als Liegebiker der H4 mit Johan Reekers (18:13 Minuten), Roel Bruijn (18:13), Mathijs Plat (18:14) und Joel Weingut (18:15) mit gleich vier Athleten aus dem Bereich der Kniebiker aufnahm und nur knapp geschlagen die Ziellinie überquerte. Vorher lieferten sich die fünf Sportler einen für die Zuschauer faszinierenden Schlagabtausch mit stets wechselnden Führungen. Im Ziel waren alle Athleten deutlich schneller als es Jetze Plat noch im vorhergehenden Jahr gewesen war, dies sagt alles aus.

Alle Daumen hoch für Korschenbroich. Foto: H. van Dam

Alle Daumen hoch für Korschenbroich. Foto: H. van Dam

Nicht weit hinter dem Belgier David Offermann (19:11) als dem Zweitplatzierten der H4 fighteten die Fahrer der H3 über die komplette Renndistanz um die Plätze. Tobias „Tobi“ Knecht (19:20) war es hierbei vorbehalten, Edward Maalouf um eine Sekunde zu distanzieren. Andreas „Andi“ Künkler nutzte als Sieger des vormittäglichen Halbmarathons von Bonn den kurzen Weg über die Rheinschiene nach Süden hin zum Doppelstart und wurde beim kultigen und gut dotierten „Sprint“ von Korschenbroich nach 19:28 Minuten Dritter. Interessant, dass hier mit Drazen Boris ein alter Bekannter und Bronzemedaillengewinner von Sydney in der 4 x 4oo m – Rennrollstuhl-Staffel nach langer Abstinenz „Handbikeluft“ in der H3 schnupperte.

Apropos: Ein Comeback nach vielen Jahren wagte auch Norbert Koch, der Holger Falk kurzer Hand am Vorabend kontaktiert hatte und unmittelbar aus Karlsruhe angereist war. Somit wurde auch für ihn der neue Treffpunkt an der Don-Bosco-Straße zugleich ein Ort des Wiedersehens und vieler guter Gespräche. Dort war auch Andrea Eskau noch guter Dinge und freute sich auf ein schnelles Rennen, dem aber ein geplatzter Reifen bereits in der ersten Runde ein jähes Ende bereitete. „Lieber hier als in Rio“, kommentierte sie ihr Pech. Somit war die Bahn frei für den Zweikampf des Vorjahres, den erneut Nadine Gallenbach (19:28) vor Petra Weingut (19:33) nach acht absolvierten Runden für sich entscheiden konnte.

Korschenbroich wäre aber nicht Korschenbroich, wenn der Handbikesport nicht auch als verbindendes parallel zur Ebene des reinen (Hoch)-Leistungssportes gefördert würde. Und so bildete die dreizehnte Auflage der Trophy auch die Plattform für den ersten gemeinsamen Start des Handbiketeams Euregio, das, in diesen Tagen neu gegründet, sich aus deutschen Fahrern des linken Niederrheins und niederländischen Sportlern aus der Region Noord- und Midden-Limburg zusammensetzt. reha-team West

Die 14. reha team West & Otto Bock-Trophy startet im Rahmen des 29. Internationalen Korschenbroicher City-Laufes am 2. April 2017.

Ergebnisse:

Div Platz Name Vorname Runden Zeit
MH5 1. Plat Jetze 10 17:34
MH5 2. Reekers Johan 10 18:13
MH5 3. Bruijn Joel 10 18:13
MH5 4. Plat Mathijs 10 18:14
MH5 5. Weingut Joel 10 18:15
MH4 1. Purschke Torsten 10 18:16
MH4 2. Offermann David 10 19:11
MH3 1. Knecht Tobias 10 19:20
MH3 2. Maloouf Edward 10 19:21
MH3 3. Künkler Andreas 10 19:28
MH4 3. Goldapp Hartmut 9 18:27
MH3 4. Boric Drazen 9 18:29
MH5 6. Koch Norbert 9 19:27
MH5 7. Vaasen Erik 8 17:46
MH3 5. Gallenbach Oliver 8 17:53
MH4 4. Voormans Stefan 8 19:14
MH4 5. Bons Kevin 8 19:19
WH 1. Gallenbach Nadine 8 19:28
WH 2. Weingut Petra 8 19:33
MH4 6. Henke Fritz 8 19:57
MH3 6. Zimmermann Peter 7 18:25
MH3 7. Berndsen Ralf 6 18:25
MH2 1. Olbertz Dirk 6 20:20
WH 3. Eskau Andrea 1

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