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Thomas Schmidberger

Silber gewonnen, nicht Gold verloren

Thomas Schmidberger hat Silber im Einzel-Wettbewerb der Wettkampfklasse 3 gewonnen. Im Finale unterlag er dem alten und neuen Paralympics-Sieger Feng Panfeng aus China mit 1:3. Sein Teamkollege Thomas Brüchle verlor das Spiel um Bronze im Entscheidungssatz und wurde Vierter.

Nachdem Schmidberger in London bereits Bronze im Einzel gewann, glänzt die Medaille in Rio schon heller. „Ich habe hier definitiv Silber gewonnen und nicht Gold verloren. Dass das Finale eine ganz schwere Nummer wird, war mir vorher klar“, so der Viechtacher. „Ich habe alles gegeben, aber Feng war heute einfach besser.“ Der Chinese hatte sofort stark begonnen und den ersten Durchgang mit 11:5 für sich entschieden, doch es gelang Schmidberger, nach Sätzen auszugleichen. Der dritte Durchgang gestaltete sich durchgehend eng, doch Feng hatte das glücklichere Ende für sich – und auch im vierten Satz zeigte der Chinese seine mentale Stärke. Nachdem Schmidberger bis 8:6 fast immer mit ein, zwei Punkten führte, machte der Chinese dann fünf Punkte in Folge und verteidigte erfolgreich seinen Titel. „Ich freue mich sehr über meine Medaille und werde sie heute im Deutschen Haus noch gebührend feiern“, kündigte der frischgebackene paralympische Silbermedaillen-Gewinner an. „Und am Donnerstag starte ich dann mit Thomas in den Team-Wettbewerb, wo wir uns viel vorgenommen haben.“

Bundestrainer Volker Ziegler freut sich über die gute Entwicklung seines Schützlings: „Im Vergleich zu London hat Tom spielerisch und mental nochmal einen großen Schritt nach vorne gemacht – in Tokio wird es dann vielleicht die Goldmedaille.“

Brüchle angeschlagen mit großem Kampfgeist

Angeschlagen war Thomas Brüchle nach seiner kräftezehrenden Halbfinal-Niederlage gegen Feng in sein Bronze-Medaillen-Match gegangen. Der amtierende Europameister schlägt sich seit einigen Tagen mit einer leichten Erkältung herum und hatte nicht mehr viele Reserven. „Thomas kann wirklich stolz auf sich sein. Er hat bereits im Achtelfinale und im Viertelfinale ganz starke Leistungen gezeigt – und auch Feng hat er heute Vormittag fast in den fünften Satz getrieben“, sieht Ziegler das Abschneiden Brüchles positiv. „Jetzt hat er gegen einen sehr guten Merrien noch einmal alles gegeben, aber nach dem Kraftakt im vierten Satz waren dann einfach die Batterien leer.“ Brüchle hatte in Satz 4 beim Stand von 5:10 fünf Matchbälle abgewehrt und den Durchgang noch für sich entschieden. Danach hatte der Lehrer aus Lindau dem Franzosen, der von seinem Arbeitgeber ein halbes Jahr zur Vorbereitung auf Rio freigestellt wurde, aber nicht mehr viel entgegenzusetzen. „Im Moment ist es schon sehr bitter. Wenn ich eine Nacht darüber geschlafen habe, kann ich mich vielleicht über meine Leistung hier freuen“, sagte ein niedergeschlagener Brüchle. „Dann gilt mein Fokus natürlich dem Team-Wettbewerb, wo ich mit Tom Gold gewinnen möchte.“ Markéta Marzoli

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