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Über den Tellerrand

Im Jahre 2003 entstand in den Wänden des „autismuszentrums bottrop“ die Idee, Fußballfans mit Behinderung den Zugang zu Informationen aus dem Sport zu erleichtern. Informationen wollte man ins Internet stellen und damit den gehandicappten Usern barrierefrei zur Verfügung stellen. Wahrscheinlich rechnete niemand damit, was aus diesem Projekt innerhalb kürzester Zeit werden sollte.

Das Projekt FUBA-NET hat sich dem Fußball unter besonderen Aspekten verschrieben. Foto: FUBA-NET

Das Projekt FUBA-NET hat sich dem Fußball unter besonderen Aspekten verschrieben. Foto: FUBA-NET

FUBA-NET, das „Fußball unter besonderen Aspekten – Netzwerk“, gehört mittlerweile zu den etablierten Adressen, wenn es um integrative Ideen geht, die im sportlichen Bereich anzusiedeln sind. Das Spektrum ist mittlerweile so breit, dass selbst der Deutsche Behindertensportverband immer mehr auf Tuchfühlung geht. Das äußert sich zunehmend in eindeutigen Signalen der Annäherung und der Bereitschaft zur Kooperation.

Betrachtet man die Ideen und Projekte der FUBA-NET-Macher einmal näher, wird einem schnell klar, wie die Begehrlichkeiten des DBS entstehen. Denn FUBA-NET verwaltet nicht nur, die Projektmitarbeiter sind aktiv, kreativ, denken um die Ecke und treffen damit scheinbar ganz genau den Nerv der Zeit. Denn nicht nur Kommunen und Non-Profit-Unternehmen werden zunehmend auf die Initiative aufmerksam, auch für die Wirtschaft und Sponsoren ist das Netzwerk ein interessanter Faktor.

Willi Breuer, Ex-Nationaltrainer und Begründer der deutschen Nationalmannschaft der Fußballer mit kognitiver Behinderung, ist wichtiger Bestandteil des Netzwerks. Zusammen mit den FUBA-NET-Botschaftern Willi Landgraf und Yves Eigenrauch versucht Breuer mit dem FUBA-NET Camp eine Lücke in der Behindertenfußball-Landschaft zu schließen. Mit einer Fußballschule, die von Trainern aus der Jugendabteilung des FC Schalke 04 unterstützt wird. „Der Fußball bietet große Chancen für Menschen mit Behinderung, um sich Bestätigung und Erfolgserlebnisse zu holen“, findet der ausgebildete Sonderpädagoge Breuer eine Erklärung für die besondere Motivation der geistig behinderten Kicker, bevor er ein zufriedenes Fazit übers erste FUBA-NET-Camp zieht: „Das war eine super Sache, von der ich mir wünschen würde, dass sie nicht zum letzten Mal stattgefunden hat.“

Die Weichen dazu sind dank des durchschlagenden Erfolgs gestellt, und so hofft auch FUBA-NET-Projektorganisator Thomas Wein auf eine Fortsetzung. Noch in diesem Jahr soll ein weiteres, integratives FUBA-NET Camp in Essen folgen.

Integration – ein Begriff, der vielerort leider zur leblosen Worthülse verödet. Dem wirken die Verantwortlichen aus dem Projektbüro schon im Ansatz entgegen – im Gegensatz zu den „starren“ Verbänden. Dort zählt in erster Linie die Sicherung bestehender Strukturen, man hält an öffentlich geförderten Sportarten fest.

Eine dieser Sportarten ist der Blindenfußball, der in den letzten Monaten durch die Einführung der Bundesliga einen beachtlichen Hype erhalten hat. Im Schatten dieser Vermarktungsmechanismen fristet die traditionelle Sportart Goalball eher ein kümmerliches Dasein – obwohl die Parallelen nicht von der Hand zu weisen sind.

Beim vom FUBA-NET initiierten Mondscheincup, der in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindet, wagen die Verantwortlichen jedoch mal wieder einen Blick über den Tellerrand. In der Stille der Bottroper Nacht messen sich die deutsche und die niederländische Goalball-Nationalmannschaft miteinander, zusätzlich steht ein integratives Blitzturnier von zahlreichen Betriebssportmannschaften der Stadt Bottrop auf dem Programm.

Erstmals haben die Veranstalter auch Blindenfußball mit eingeplant. Mehrere Bundesligateams sollen die Attraktivität für Besucher der Veranstaltung erhöhen – und damit auch für den Goalball eine Hilfe auf dem Weg aus dem buchstäblichen Schattendasein darstellen. Christian Pozo y Tamayo/ von FUBA-NET

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