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Paralympics Beijing 2008

„Was China übrig lässt“

Vom 6. bis 17. September 2008 finden die XIII. Paralympischen Sommerspiele 2008 in Beijing statt. Abgesehen davon, dass China der Gastgeber sein wird, gehen Beobachter davon aus, dass das Reich der Mitte auch in sportlicher Hinsicht den Spielen seinen Stempel aufdrücken wird.

Es ist die zweitgrößte Sportveranstaltung der Welt (hinter den Olympischen Spielen), es werden Spiele der Superlative sein. Ein paar Zahlen: Bei den Paralympics in Beijing werden 472 Wettbewerbe ausgetragen , davon 252 für Männer, 186 für Frauen und 34 für Mixed-Teams. 2004 in Athen waren es insgesamt noch 520 Wettbewerbe, doch gibt es die Tendenz, Klassen weiter zusammenzufassen, um somit der Medaillenflut Herr zu werden und die Spiele insgesamt für die Medien und Zuschauer transparenter zu machen. Freilich führt die Streichung von Klassen tendenziell zur Benachteiligung von Athleten, die gegen Sportler mit geringerer funktioneller Beeinträchtigung in einer Klasse antreten müssen, und sich somit ihrer Chancen beraubt sehen, einen der vordersten Plätze einzunehmen.

Wettkampfstreichungen seit 2004 gab es insbesondere in den Sportarten Schwimmen (von 167 auf 140 runter) und in der Leichtathletik (von 194 auf 160). Das Rudern ist als neue Sportart dazugekommen.

Das Gros der Wettbewerbe wird in einigen wenigen Sportarten ausgetragen: Neun Prozent aller Entscheidungen fallen auf den Radsport, satte 34 Prozent sind der Leichtathletik zuzurechnen und immerhin 30 Prozent dem Schwimmen. Somit haben diese drei Sportarten einen Anteil an allen Entscheidungen von 73 Prozent. Die Folgen: Eine Nation, die nicht in diesen drei Sportarten die Medaillen abräumt, hat am Ende keine Chance auf einen der vorderen Plätze in der Nationenwertung.

Eine Nation, die sicherlich ordentlich abräumen wird, ist China. In Sydney 2000 gewannen die chinesischen Athletinnen und Athleten 72 Medaillen; in Athen 2004 waren es 141. „Diese Zahl wird in Peking deutlich übertroffen werden“, sagt denn auch Dr. Karl Quade, Chef de Mission der deutschen Delegation in Beijing.

Und er geht noch weiter mit seiner Prognose: Die anderen Nationen würden in Beijing um das kämpfen, „was China übrig lässt.“ Das sei bei Olympia genauso, wenn auch nicht ganz so brutal.

Hinter den Chinesen dürften die Nationen Australien, Großbritannien und die USA die größte Rolle spielen, gefolgt von Kanada, Deutschland, Spanien und der Ukraine. Offiziell hat sich die deutsche Mannschaft/ der DBS zum Ziel gesetzt, mit den Spitzennationen mitzuhalten.

Darüber hinaus gibt es Länder, die in einzelnen Sportarten und Disziplinen dominieren: So hat der Iran überaus erfolgreiche Gewichtheber, während die Koreaner im Sportschießen den Ton angeben. Hongkong ist in der Szene für seine herausragenden Fechter bekannt. Ähnlich wie die Deutschen für seine Radsportler.

Das deutsche Team setzt sich übrigens aus rund 300 Athleten und Betreuern zusammen, und es wird an 16 von insgesamt 20 Sportarten teilnehmen. Keine deutsche Vertretung wird es in den Sportarten Boccia und Fussball 7-a-side geben.

Nicht qualifiziert haben sich die Deutschen in den Sportarten Fußball 5-a-side (hier befinden sich die Strukturen gerade erst im Aufbau), im Goalball der Männer und Sitzvolleyball der Frauen und Männer. „Das konnte man nicht erwarten“, so Frank-Thomas Hartleb, Sportlicher Direktor im DBS, über das Fehlen der deutschen Sitzvolleyballer in Beijing.

Bleibt zu hoffen, dass von den Paralympics in Beijing nicht nur die Medaillenspiegel in Erinnerung bleiben, sondern dass sie die Behindertensportbewegung insgesamt ein Stück nach vorne bringen. Konfuzius hätte vermutlich gesagt: Möge die Übung gelingen. fee

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