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Ski Nordisch

Weltcup-Zirkus in Finsterau

Der Weltcup-Zirkus im Ski Nordisch des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) macht Halt in Deutschland. Finsterau im Bayerischen Wald ist bis zum 28. Februar 2016 Schauplatz für sechs Rennen der Langläufer und Biathleten mit Behinderung. Der Ausrichter SV Finsterau rechnet mit Startern aus 18 Nationen – und neun deutschen Athletinnen und Athleten, die beim Heimspiel besonders motiviert sein dürften. Der Startschuss für die Wettkämpfe fällt am kommenden Montag, 22. Februar 2016.

Für Andrea Eskau (hier ein Archivbild) bedeutet die Teilnahme am Weltcup nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zum Zuckerhut. Foto: Nordic Paraski Team Deutschland

Für Andrea Eskau (hier ein Archivbild) bedeutet die Teilnahme am Weltcup nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zum Zuckerhut. Foto: Nordic Paraski Team Deutschland

Beispielhaft dafür steht Andrea Eskau (USC Magdeburg). Die 44-jährige Bergheimerin (NRW) hat in ihrer Karriere voller Weltmeistertitel und Paralympicssiege viel gesehen und mächtig was erlebt. An den ersten Weltcup in der Gemeinde Mauth-Finsterau im Jahr 2011 hat sie aber besonders positive Erinnerungen. Deswegen hatte Eskau, die derzeit mitten in den Vorbereitungen für ihren Start mit dem Handbike bei den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro steckt, ihr Kommen frühzeitig fest zugesagt.

Es ist Eskaus einziger Weltcup-Auftritt in dieser Winter-Saison, ein kleiner Zwischenstopp auf dem Weg zum Zuckerhut – und vor allem im Langlauf ist mit ihr zu rechnen. „Sie ist bereits auf einem ordentlichen Niveau“, sagt der deutsche Bundestrainer Ski Nordisch, Ralf Rombach. Dessen Fazit des jüngsten Lehrgangs mit der Mannschaft in Ridnaun (Südtirol) fällt generell positiv aus. „Es zeigt sich bei allen Athleten eine gute Entwicklung.“

Die zweite Starterin in der sitzenden Konkurrenz, Anja Wicker (MTV Stuttgart), musste in Ridnaun zwar verletzungsbedingt zwei Tage kürzertreten. An ihrer Zuversicht und Vorfreude änderte das freilich nichts. Die 24-Jährige peilt als amtierende Gesamtweltcupsiegerin im Biathlon vordere Platzierungen an, genau wie Martin Fleig (26, Ring der Körperbehinderten Freiburg). Im russischen Tyumen beim Weltcup-Auftakt war er mit zweimal Silber und einmal Bronze erfolgreichster Deutscher.

In Finsterau ist die Konkurrenz nun freilich größer und stärker. Gelegenheit für den Gundelfinger (Baden-Württemberg), seinen Anspruch zu untermauern, inzwischen zur Weltspitze zu zählen. „Wir probieren mit Martin in Finsterau etwas aus“, verrät Rombach. Fleig soll beim Biathlon in den Laufrunden durch ein höheres Tempo mehr riskieren.

Ebenfalls starke Auftritte legte in Tyumen Clara Klug (PSV München) hin. Die 21-Jährige gewann erstmals Weltcup-Medaillen und bewies ihre hervorragenden technischen Fähigkeiten. Da Klug auch im Ausdauerbereich kontinuierliche aufholt, wird langfristig wohl noch mehr mit ihr zu rechnen sein. Der Weilheimer Trainer und Begleitläufer der blinden Athletin, Martin Härtl (SK Nesselwang), hat die WM im kommenden Jahr und die Paralympischen Spiele 2018 in den Fokus der Anstrengungen gerückt.

Ob es in Finsterau für Klug wieder fürs Podium reicht, ist unsicher. Auch sie hat es mit einer starken Konkurrenz zu tun. Für den Bundestrainer stehen Medaillen aber ohnehin nicht im Vordergrund. „Wichtiger ist, dass Clara den Rückstand zur Spitze weiter verkürzt“, sagt Rombach. Ähnlich ist die Lage bei Vivian Hösch (Ring der Körperbehinderten Freiburg). Die 24-Jährige ist nach einer langen Krankheitspause im Sommer noch nicht bei ihrer alten Stärke angelangt, hat aber gemeinsam mit ihrem Guide Florian Schillinger (SV Baiersbronn) die Belastungsfähigkeit stetig gesteigert.

Weiter vorankommen ist das Motto für Max Hauch (28, SK Nesselwang) bei den Männern sitzend und Nico Messinger (21, Ring der Körperbehinderten Freiburg) bei den Sehbehinderten. Während des intensiven Trainingslagers von Ridnaun hinterließen beide einen guten Eindruck. Nun soll sich zeigen, ob sie den Schwung in die Wettkämpfe übertragen können. Nico Messinger steht als Begleitläufer erneut der Nachwuchsbundestrainer Michael Huhn (SV Kirchzarten) zur Seite.

Marco Maier (16, SK Nesselwang) und Steffen Lehmker (27, SV Kirchzarten) komplettieren das Feld der Deutschen. Youngster Maier kann bereits auf Weltcup-Erfahrungen aus der vergangenen Saison aufbauen, Lehmker feiert sein Debüt. Der Niedersachse aus der Nähe von Uelzen hat erst vor zwei Jahren mit Langlauf begonnen. „Beide sollen sehen, wo die Musik spielt. Von den Besten lernen sie schließlich auch am besten“, sagt der Bundestrainer über sein Nachwuchsduo. Katharina Sternal

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