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Ski Alpin-WM

„Wollen in den Medaillenkampf eingreifen“

Es ist das große Highlight für die deutsche Nationalmannschaft Ski alpin in diesem Winter: Weniger als 14 Monate vor dem Beginn der Paralympischen Spiele in PyeongChang wollen Anna Schaffelhuber, Georg Kreiter und Co. bei den Weltmeisterschaften im italienischen Tarvisio (25. bis 31. Januar 2017) um Titel und Medaillen fahren. Neben einem erfahrenen Quartett gehören auch drei Neulinge zum siebenköpfigen Aufgebot von Bundestrainer Justus Wolf.

Der jüngste Weltcup-Marathon mit Stationen in Kühtai, St. Moritz, Innerkrems und Kranjska Gora gibt durchaus Anlass zu Zuversicht, schließlich fuhren besonders Andrea Rothfuss (27 / VSG Mitteltal / Damen stehend) sowie Anna Schaffelhuber (23 / TSV Bayerbach / Damen sitzend) einige Siege ein und auch Anna-Lena Forster (21 / BRSV Radolfzell / Damen sitzend) und Georg Kreiter (31 / RSV Murnau / Herren sitzend) überzeugten mit starken Platzierungen und Medaillen. Spannende Duelle haben in den vergangenen Rennen stets Anna Schaffelhuber und ihre österreichische Konkurrentin Claudia Lösch ausgetragen, die nach einer Verletzung in der vergangenen Saison in sehr guter Verfassung zurückgekehrt ist. „Die beiden liefern sich packende Zweikämpfe, da darf man gespannt sein. Anna hat in den technischen Disziplinen die Nase vorne gehabt, Claudia in der Abfahrt. Es ist sehr eng umkämpft zwischen den beiden“, sagt Bundestrainer Wolf. Anna-Lena Forster möchte bei der Medaillenvergabe ebenfalls ein Wort mitreden, vor allem im Slalom. Immerhin gelangen der 21-Jährigen in dieser Saison bereits zwei Weltcupsiege – zuletzt bei der Generalprobe in Slowenien vor Anna Schaffelhuber.

Wie auch bei Georg Kreiter schreitet bei ihr nach der Umstellung die Gewöhnung an das neue Monoski-Gerät immer weiter voran. „Das klappt schon richtig gut. Wir feilen noch etwas an der Abstimmung gerade bei unterschiedlichen Bedingungen, das ist ein ganz normaler Prozess“, erklärt der Bundestrainer. Kreiter geht als Doppel-Weltmeister von 2015 als Titelverteidiger an den Start. „Er kann in den technischen Disziplinen wieder vorne mitfahren“, sagt Wolf. Häufig ganz nach oben aufs Treppchen schaffte es in diesem Winter Andrea Rothfuss. In Abwesenheit ihrer langjährigen Konkurrentin Marie Bochet dominierte die 27-Jährige meist die Rennen in der Klasse der Damen stehend. Ob die Französin bei den Weltmeisterschaften an den Start gehen wird und in welcher Verfassung, ist allerdings noch ungewiss.

Neben dem erfahrenen Quartett feiert ein Trio in Italien Premiere: Für Anna-Maria Rieder (16 / RSV Murnau / Damen stehend), Ruth Hagspiel (25 /TV Kempten / Damen sitzend) und Noemi Ristau (25 / SF/BG Marburg / Damen sehbehindert) mit ihrem Guide Lucien Gerkau geht es darum, in den technischen Disziplinen (30./31. Januar) WM-Luft zu schnuppern und viele Eindrücke mitzunehmen. Die erst 16-jährige Anna-Maria Rieder sorgte in Kranjska Gora bereits für Überraschungen und fuhr nach zwei dritten Plätzen im abschließenden Slalom sensationell auf Rang eins. Für die Weltmeisterschaften dämpft der Bundestrainer allerdings die Erwartungen. „Sie sollen Erfahrungen sammeln, auch mit Blick auf eine mögliche Paralympics-Qualifikation. Es ist möglich, an die Medaillenränge heranzufahren – und wenn sie die Gunst der Stunde nutzen und alles passt, kann auch ein Platz auf dem Podium drin sein“, so Justus Wolf. Bei seinen Paralympics-Teilnehmern hat der Bundestrainer freilich andere Vorstellungen: „Wir reisen gut gewappnet nach Italien und wollen in den Medaillenkampf eingreifen.“ Das möchten viele der rund 140 Athletinnen und Athleten aus 30 Ländern. Es wird spannend in Tarvisio – gut ein Jahr vor den Paralympics. Kevin Müller

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